| Johanna Hauser |
| 04.09.2026 14:00 Uhr |
Um besser zu verstehen, wie der Schutzeffekt zustande kommt, untersuchten die Forscher anschließend den Einfluss von Psilocybin auf den mitochondrialen Transport in Nervenzellen. In Versuchen mit menschlichem Gewebe konnten die Forscher nachweisen, dass Psilocybin den Transport von Mitochondrien entlang der Axone aufrechterhält. Dadurch bleibt die Energieversorgung der besonders empfindlichen Nervenendigungen erhalten. Die Daten sprechen somit für einen peripheren Schutz sensorischer Axone durch den Erhalt des mitochondrialen Transports. Des Weiteren konnten die Forschenden auch zentrale Wirkmechanismen aus: Psilocybin schwächte das Schmerzempfinden ab.
Professor Dr. Martin Schmelz von der Universitätsmedizin Mannheim bewertet die Ergebnisse positiv: »Insgesamt sind diese Ergebnisse als klinisch sehr bedeutsam einzustufen, da sie Hoffnungen auf eine Prävention von Neuropathie durch Chemotherapeutika wecken, leider aber nicht auf eine Behandlung bereits eingetretener Neuropathie.«
Eine direkte Übertragung der Ergebnisse vom Mausmodell auf Krebspatienten ist jedoch nicht möglich. Da Psilocybin bereits für andere Indikationen am Menschen untersucht wird, liegen immerhin erste Erfahrungen zu Dosierung und Sicherheit vor. Welche Dosierung im Zusammenhang mit einer Chemotherapie wirksam und sicher ist, müssen nun klinische Studien zeigen.