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Zukunftstrend

Merck setzt auf 3D-Druck von Tabletten

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck will mit dem deutschen 3D-Druck-Spezialisten, Additive Manufacturing Customized Machines (AMCM), beim 3D-Druck von Tabletten kooperieren. So will Merck flexibel und nachhaltig Arzneimittel produzieren, heißt es in einer Meldung.
PZ
02.03.2020  09:00 Uhr

Mit AMCMs Schwesterunternehmen Electro Optical Systems (EOS), einem weltweit führenden Anbieter im industriellen 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen, will Merck die Arzneimittelentwicklung flexibler gestalten und beschleunigen. Zunächst stehe die Entwicklung einer Good Manufacturing Practice (GMP) konformen Tablettenformulierung sowie die Herstellung von Prüfpräparaten für klinische Studien an. Später wollen sich die Kooperationspartner digitalen Lösungen im industriellen Maßstab widmen. Außerdem arbeite man gemeinsam an einem neuartigen und vereinfachten Prozess für den Einsatz in der klinischen Entwicklung. Dabei solle ein Pulverbettschmelzverfahren, bei dem ein Laser pulverförmige Materialien zum Schmelzen bringt und sie Schicht für Schicht miteinander verschweißt, eingesetzt werden.

Die Partner versprechen sich durch den 3D-Druck eine kostengünstigere und beschleunigte Tablettenproduktion, die auch auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten werden kann. Demnach ermöglicht der 3D-Druck eine Skalierung der Wirkstoff-Formulierung, gleichzeitig entfallen kostspielige Neuformulierungen während des gesamten pharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozesses.

Isabel de Paoli, Chief Strategy Officer bei Merck über die neue Kooperation: »Unsere Partnerschaft mit AMCM und EOS hat das Potenzial, den Produktionsprozess von Tabletten zu revolutionieren. Für die Branche wird dies einen Riesenschritt in Richtung Digitalisierung bedeuten«, sagte sie.

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