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WHO-Resolution

Mehr Transparenz bei Arzneimittelpreisen

Der Markt für Arzneimittel, Impfstoffe und andere Gesundheitsprodukte muss transparenter werden. Das hat die Versammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute im Rahmen einer Resolution in Genf beschlossen. Deutschland distanzierte sich von dem Beschluss.
Jennifer Evans
28.05.2019
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Mit dem Beschluss fordert die WHO die Mitgliedstaaten dazu auf, verstärkt öffentlich über die Preise für Gesundheitsprodukte zu informieren, die ihre Regierungen oder andere Käufer zahlen. Auch soll es demnach in Zukunft mehr Transparenz im pharmazeutischen Patentmarkt sowie rund um die Ergebnisse klinischer Studien geben. Darüber hinaus soll laut Resolution mehr Licht in die Preisgestaltung der gesamten Wertschöpfungskette vom Labor bis zum Patient kommen.

Bis die Mitgliedstaaten sich auf die Beschluss-Version einigen konnten, gingen mehrere Wochen ins Land. Getragen wird die Resolution nun von insgesamt 20 Staaten. Deutschland, Ungarn und Großbritannien distanzierten sich hingegen offiziell davon. Auch die Kompromisse der Befürworter hätten sie zuletzt nicht umstimmen können, heißt es.

Die Versammlung will nun jeden Vorstoß zu mehr Transparenz ausdrücklich unterstützen. Zugleich hat sie vor, genau zu beobachten, welchen Einfluss die Offensive mit Blick auf die Erschwinglichkeit und die Verfügbarkeit von Gesundheitsprodukten hat. Dazu ist es laut der Organisation wichtig, dass die Behörden weltweit engmaschig zusammenarbeiten. 

Ziel der Resolution ist es, dass die Mitgliedstaaten künftig solidere Entscheidungen beim Ankauf von Gesundheitsprodukten treffen und bessere Preise verhandeln können. Außerdem erhalten die Staaten der WHO zufolge auf diese Weise Zugang zu weit mehr Produkten, was wiederum die Versorgung weltweit verbessert.

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