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Schweizer Giftnotruf

Mehr Paracetamol-Vergiftungen durch 1000-mg-Tablette

»Ein Problem mit Paracetamol ist, dass es nicht bei allen Patienten oder gegen alle Formen von Schmerzen wirksam ist«, erklärt Burden. »Wenn das Medikament nicht dazu beiträgt, die Symptome einer Person zu lindern, könnte diese versucht sein, die Dosierung zu erhöhen, ohne einen Arzt zu konsultieren. Das ist das eigentliche Problem.« Das Risiko einer versehentlichen Überdosierung sei mit mehr als vier der hoch dosierten Tabletten größer als mit mindestens acht der niedrig dosierten.

Bei wem die empfohlene Dosis für die Schmerzlinderung nicht ausreicht, solle mit seinem Arzt über eine andere Schmerzmedikation sprechen, so Burden. Paracetamol eigne sich zudem nicht für eine chronische Schmerztherapie. Apotheker sollten bei der Abgabe von Paracetamol, gerade bei größeren Packungen oder hoch dosierten Einzeldosen auf die tägliche Maximaldosis hinweisen.

In Deutschland sind in der Selbstmedikation sind sowohl 500-mg- als auch 1000-mg-Einzeldosen als Tabletten oder Zäpfchen rezeptfrei erhältlich, solange in einer Packung maximal insgesamt 10.000 mg Paracetamol enthalten sind, also maximal 20er-Packungen mit 500 mg beziehungsweise maximal 10er-Packungen mit 1000 mg Einzeldosis.

Paracetamol sollte in Eigenregie nicht länger als drei Tage eingenommen werden. Ab Dosierungen von 10.000 mg und mehr auf einmal oder an einem Tag kann eine schwere Vergiftung der Leber auftreten mit potenziell tödlichem Ausgang. Bei einer Dosierung treten meist innerhalb von 24 Stunden Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen auf.

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