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Familienplanung
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Mehr Homeoffice bringt mehr Geburten

Kann Homeoffice dabei helfen, den Geburtenrückgang zu bremsen? Eine internationale Studie liefert Hinweise darauf, dass Paare mit regelmäßiger Arbeit von zu Hause häufiger Kinder bekommen.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 30.06.2026  08:00 Uhr

Regelmäßige Arbeit im Heimbüro geht nach einer internationalen Studie mit mehr Geburten einher. Forschende aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Mexiko haben ermittelt, dass im Schnitt von 38 Ländern die Geburtenzahl pro Frau um 14 Prozent steigt, wenn beide Elternteile wenigstens einen Tag pro Woche zu Hause arbeiten.

Bei den Homeoffice-Paaren bekäme jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens ein Kind mehr als bei Paaren, die nicht im Homeoffice arbeiten, wie das Münchner Ifo-Institut als eine der beteiligten Forschungseinrichtungen mitteilte. Separate Geburtenquoten für die einzelnen 38 Länder haben die Wissenschaftler nicht errechnet.

Organisatorischer Aufwand sinkt

»Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht – vermutlich, weil dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, der nötig ist, um Beruf und Familie zu vereinbaren«, sagte Ifo-Wissenschaftler Matthias Dolls, einer der Studienautoren. Außerdem beteiligt waren Forschende der beiden US-Spitzenuniversitäten Stanford und Princeton, des King's College in London und des Technologieinstituts in Mexiko.

Grundlage der Berechnungen waren zwei separate Erhebungen: Im Rahmen des »Global Survey of Working Arrangements« befragte das Umfrageinstitut Bilendi im Auftrag der Ökonomen 19.277 Menschen in 38 Ländern, davon 11.314 im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 45 Jahren. In Deutschland waren es nach Dolls' Angaben gut 1000. In den USA nahmen an einer separaten Erhebung knapp 90.000 Menschen teil. Gefragt wurde dabei sowohl nach Geburten in den vergangenen Jahren als auch nach aktuellen Schwangerschaften und Kinderwünschen für die Zukunft.

Flexibilität zahlt sich aus

In den USA war der Effekt mit einer um 18 Prozent erhöhten Geburtenzahl pro Frau noch stärker ausgeprägt, gleichzeitig wird dort laut Studie im Schnitt auch häufiger im Heimbüro gearbeitet als in Europa. Das Autorenteam legt sich in dem 59-seitigen Aufsatz nicht hundertprozentig fest, ob die Arbeit im Homeoffice nun kausal die Ursache vermehrter Geburten ist, oder ob es sich lediglich um eine Korrelation handelt: Möglich wäre demnach auch, dass Menschen, die Kinder haben oder bekommen wollen, sich gern Jobs mit der Möglichkeit zur Arbeit daheim suchen.

Doch neigen die Forschenden zu der Interpretation, dass die Arbeit im Heimbüro durchaus ein kausaler Faktor sein könnte: »Mehr Flexibilität durch Homeoffice könnte dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können«, sagte Dolls.

»Eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau könnte für 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen«, sagte er. Häufigere Arbeit im Homeoffice allein könne das demografische Problem nicht lösen: »Es kann aber ein Baustein sein, um den Trend sinkender Geburtenraten etwas abzumildern.«

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