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Mundtrockenheit und Halsschmerzen

Maske macht Probleme

Stehen Schmerzen im Vordergrund, können Arzneimittel mit Analgetika oder Lokalanästhetika Abhilfe verschaffen. Letztere haben den Nachteil, dass sie zwar zeitweise Schmerzen im Hals lindern, doch weder einen entzündungshemmenden Effekt haben, noch die Heilung beschleunigen. Zudem ist ihre Wirkdauer beschränkt, sodass etwa alle drei Stunden erneut eine Lutschtablette eingenommen werden sollte. Die Tageshöchstdosis beträgt meist sechs Stück. Als Wirkstoffe werden Benzocain (wie Dolo-Dobendan®, Anaesthesin Pastillen) oder Lidocain allein oder in Kombination mit desinfizierenden Wirkstoffen beziehungsweise Lokalantibiotika angewendet. Der Wirkstoff Ambroxol (zum Beispiel Mucoangin® Lutschtabletten) – eher als Wirkstoff gegen Husten bekannt – wirkt in hohen Dosen ebenfalls lokalanästhetisch. Gleichzeitig werden ihm schwach entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt.

Wie sinnvoll der therapeutische Einsatz von desinfizierenden Wirkstoffen wie Benzalkoniumchlorid (wie in Dorithricin®) oder Cetylpyridiniumchlorid (zum Beispiel in Dolo-Dobendan®) bei Halsschmerzen ist, ist nach wie vor umstritten. Sie sollen die Keimlast im Mund- und Rachenraum reduzieren, weshalb ihr Einsatz nur plausibel erscheint, wenn die Halsschmerzen wie bei einer Erkältung durch Krankheitserreger hervorgerufen werden und nicht auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Den Einsatz von Lokalantibiotika wie Tyrothricin (wie in Lemocin® oder Dorithricin®) beurteilen Experten inzwischen nur noch in wenigen Ausnahmefällen als sinnvoll, da erkältungsbedingte Halsschmerzen meist durch Viren verursacht werden. Hinweis: Der Punkt »Tyrothricin zur Behandlung von Erkrankungen im Mund- und Rachenraum« steht im kommenden Januar auf der Tagesordnung des Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht. Ob es angedacht ist, diese Präparate der Verschreibungspflicht zu unterstellen, wird sich dann zeigen.

Als Schmerzmittel kommen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder alternativ Paracetamol in Frage. Sie sind gemäß Leitlinie Mittel der Wahl zur Behandlung von Entzündungs-bedingten Halsschmerzen. Bei einer peroralen Einnahme ist der Wirkeintritt jedoch verzögert, weshalb eine topische Anwendung von Vorteil ist. Das derzeit einzige NSAR, das in Deutschland für die topische Anwendung bei Halsschmerzen zugelassen ist, ist Flurbiprofen (wie Dobendan® Direkt, Flurbiangin). Es ist in Form von in Lutschtabletten ab einem Alter von 12 Jahren oder als Spray ab 18 Jahren erhältlich. Beide werden alle 3 bis 6 Stunden angewendet, jedoch maximal 5-mal am Tag. Beim Spray besteht eine Einzeldosis aus drei Sprühüben. Die Handhabung des Sprays kann gerade ältere Patienten überfordern, weshalb hier unter Umständen die Lutschtabletten vorzuziehen sind. Das Spray wird im hinteren Rachenbereich appliziert und darf nicht eingeatmet werden. Beim Sprühen also Luft anhalten!

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