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Philippinen

Masernausbruch aus Angst vor Impfungen

Bei einem Masern-Ausbruch auf den Philippinen sind innerhalb weniger Tage mindestens 22 Menschen gestorben – womöglich weil die Menschen Vorbehalte gegen das Impfen allgemein haben, nachdem es bei der Anwendung des neuen Dengue-Impfstoffs zu mehreren Todesfällen kam.
PZ/dpa
07.02.2019
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Nach Angaben der philippinischen Gesundheitsbehörden vom Donnerstag verzeichnet das Land sowohl im Großraum Manila als auch in anderen Provinzen derzeit Epidemien. Allein in der Hauptstadt-Region wurden seit Beginn des Jahres mehr als 440 Fälle gemeldet. Die Regierung des südostasiatischen Inselstaats führt die hohe Zahl an Erkrankungen auch auf die zunehmende Impfskepsis der Bevölkerung zurück.

Auf den Philippinen hatte es nach einem Impfprogramm gegen Dengue-Fieber, bei dem die neue Vakzine Dengvaxia® des französischen Pharmakonzerns Sanofi verabreicht wurde, mehrere Todesfälle gegeben. Deshalb würden viele Eltern ihre Kinder generell nicht mehr impfen lassen, auch nicht gegen Masern. Insgesamt hatten in den Jahren 2016/17 mehr als 830.000 philippinische Kinder den Dengue-Impfstoff bekommen, bis die Regierung das Programm schließlich aussetzte. 

Gesundheitsminister Francisco Duque appellierte an die Eltern in den betroffenen Regionen, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. «Dies ist eine effektive und sichere Methode, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.»

Masern sind extrem ansteckend. Die Viren werden beim Sprechen, Husten oder Niesen über kleine Tröpfchen in der Luft übertragen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben 2017 weltweit etwa 110.000 Menschen daran, vor allem Kinder. Ursprüngliches Ziel war es, die Masern bis 2020 auszurotten.

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