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G-BA-Beschluss
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Mammographie-Screening demnächst ab 45 Jahren

In Zukunft können Frauen ab 45 Jahren zur Brustkrebsfrüherkennung gehen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat heute die Kostenerstattung für jüngere Frauen beschlossen. Das Screening hat je nach Alter unterschiedliche Chancen und Risiken.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 15.10.2026  18:00 Uhr

An dem 2005 eingeführten Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs können bislang Frauen zwischen 50 und 75 Jahren teilnehmen und alle zwei Jahre die Röntgenuntersuchung auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung durchführen lassen. Heute hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die untere Altersgrenze abzusenken. In Zukunft können auch Frauen zwischen 45 und 49 Jahren an dem Früherkennungsprogramm teilnehmen.

Da die Screening-Einheiten und die einladenden Stellen ihre Prozesse anpassen müssen, sieht der G-BA eine Übergangslösung vor: Die neu anspruchsberechtigten Frauen können sich voraussichtlich ab dem 1. August 2027 über die sogenannten Zentralen Stellen selbst für einen Untersuchungstermin in den Screening-Einheiten anmelden. Persönliche Einladungen erhalten sie dann voraussichtlich ab Januar 2028, teilt der G-BA mit. Mit dem heutigen Beschluss könnten zusätzlich 2,5 Millionen Frauen von dem qualitätsgesicherten Programm als Leistung der Krankenkassen profitieren.

Der Beschluss zur Ausweitung wird nun vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Parallel aktualisiert der G-BA die Versicherteninformation. »Werden die Beschlüsse rechtlich nicht beanstandet, treten sie am 1. August 2027 in Kraft«, informiert der Ausschuss. Ab diesem Stichtag könnten dann die neu anspruchsberechtigten Frauen am Screening teilnehmen.

Chancen und Risiken bei jüngeren Frauen

Die Früherkennungsuntersuchung kann helfen, durch frühzeitiges Erkennen von Mammakarzinomen die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken. Die Untersuchung ist aber auch mit Risiken durch Strahlenbelastung und mit Überdiagnostik verbunden. Der Nutzen und die Risiken des Screenings unterscheiden sich je nach Alter: Je älter Frauen sind, desto häufiger erkranken sie an Brustkrebs, und desto eher hat die Früherkennungsuntersuchung einen relevanten Effekt auf die Sterblichkeit bei Brustkrebs.

Außerdem verändert sich mit dem Alter das Brustgewebe: Jüngere Frauen haben im Durchschnitt einen höheren Anteil an Drüsengewebe, das die Brustdichte erhöht und die Diagnostik erschwert. Tumoren sind bei jüngeren Frauen also schwieriger zu erkennen. Auch das Strahlenrisiko ist erhöht, weil das Brustgewebe jüngerer Frauen empfindlicher gegenüber Strahlung ist und den Frauen mehr Lebenszeit bleibt, in der ein durch die Röntgenuntersuchung bedingter Tumor auftreten könnte.

Professor Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums sowie des Genitalkrebszentrums, Universitätsklinikum Würzburg, ordnet das gegenüber dem »Science Media Center« so ein: »Der relative Nutzen für Frauen, die vor dem 50. Lebensjahr oder nach dem 69. Lebensjahr gescreent werden, ist ähnlich wie bei Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren belegt.« Ältere Frauen hätten ein höheres Risiko für Überdiagnosen, jüngere Frauen seien einem höheren strahlenbedingten Risiko ausgesetzt. »Deshalb ist es wichtig, dass Frauen sowohl über die potenziellen Vorteile als auch über die Risiken gut informiert werden, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.«

Strahlenbelastung ist insgesamt niedrig

Die Strahlenbelastung durch die Niedrigdosis-Computertomographie sei insgesamt als niedrig einzuordnen, so Wöckel. »Eine komplette Untersuchung entspricht etwa 0,2 bis 0,4 Millisievert – das ist deutlich weniger als die jährliche natürliche Strahlenbelastung und entspricht einer natürlichen Exposition von mehreren Wochen.« Dabei seien die Strahlenrisiken bei jüngeren Frauen unter 50 Jahren als geringfügig höher einzuschätzen als bei älteren Frauen, erklärt Professor Dr. Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), Bremen. »Daher ist die Schaden-Nutzen-Abwägung etwas ungünstiger für die jüngere Altersgruppe, aber immer noch deutlich positiv.«

Die höhere Brustdichte bei jüngeren Frauen erschwere zwar die radiologische Analyse in gewissem Maße, die digitale Mammographie bleibe aber das Verfahren der Wahl. »Es liegt bei den Zentren sehr viel Erfahrung mit dieser Methodik und ihrer Qualität vor«, sagt Zeeb.

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