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Alzheimer Demenz
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Leitlinie ordnet neue Antikörpertherapien ein

Die aktualisierte S3-Leitlinie Demenzen  enthält erstmals Empfehlungen zur Behandlung von Alzheimer-Frühstadien mit den neuen Antikörpern Lecanemab und Donanemab – auch wenn die Kostenübernahme noch ungeklärt ist. Zugleich kritisieren die Leitlinienautoren die Bewertungsmethodik des IQWiG, das den Antikörpern keinen Zusatznutzen bescheinigte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 11.03.2026  15:00 Uhr

Mit der Aufnahme der Anti-β-Amyloid-Antikörper Lecanemab (Leqembi®) und Donanemab (Kisunla®) in die S3-Leitlinie »Demenzen – Living Guideline« vollzieht sich ein konzeptioneller Wendepunkt. Seit Jahrzehnten beschränkte sich die Pharmakotherapie der Alzheimer-Erkrankung auf symptomatische Ansätze. Mit der Aufnahme der beiden Anti-β-Amyloid-Antikörper stehen nun erstmals Wirkstoffe zur Verfügung, die in die Pathophysiologie der Erkrankung eingreifen.

Lecanemab und Donanemab sind seit 2025 in der EU auf dem Markt. Sie binden spezifisch an β-Amyloid-Protofibrillen beziehungsweise -Plaques und fördern deren Abbau durch das Immunsystem. Dabei bindet Lecanemab bevorzugt an lösliche Protofibrillenvorstufen, hingegen erkennt Donanemab Pyroglutamat-modifiziertes Amyloid.

Klinische Daten belegen eine signifikante Verlangsamung der kognitiven und funktionellen Verschlechterung. In der zentralen Phase-3-Studie Clarity AD, deren Ergebnisse im Fachjournal »New England Journal of Medicine« (NEJM) publiziert wurden, reduzierte Lecanemab die Verschlechterung auf dem Clinical Dementia Rating – Sum of Boxes (CDR-SB) nach 18 Monaten um rund 31 Prozent gegenüber Placebo. Die Amyloid-Belastung im PET sank unter Lecanemab um durchschnittlich 59,1 Centiloid. Für Donanemab zeigten Daten aus der TRAILBLAZER-ALZ-2-Studie vergleichbare Effekte.

Professor Dr. Frank Jessen, Koordinator der Leitlinie für die Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), fasst die klinische Relevanz in einer Pressemitteilung zur Publikation der aktualisierten Leitline zusammen: Es sei erstmals möglich, die Alzheimer-Erkrankung kausal zu behandeln – also die Ursachen zu therapieren und nicht lediglich die Symptome. Studien zeigten, dass sich das Fortschreiten der Erkrankung durch die Antikörpertherapien um etwa 30 Prozent verlangsamen lasse, was einen klaren klinischen Nutzen für Patienten und Angehörige bedeute.

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