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Demenz

Künstliche Intelligenz soll helfen

Künstliche Intelligenz kann aus Sicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Demenzkranken potenziell nützen. »Sprachsysteme wie Alexa oder Siri, Roboter und mehr können eine echte Hilfe im Alltag gerade in einem frühen Stadium der Krankheit sein«, sagte Winfried Teschauer, Vorstandsmitglied der bundesweiten Selbsthilfeorganisationen, der Nachrichtenagentur dpa. Wichtig sei jedoch, dabei auch ethische Aspekte zu berücksichtigen.
dpa
18.10.2018
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Teschauer äußerte sich im Vorfeld eines Kongresses der Gesellschaft heute in Erfurt. »Einige technische Möglichkeiten erlauben es etwa, weit in die Intimsphäre von Menschen einzudringen.« Als Beispiel nannte der Neurobiologe Web-Kameras. Bei aller Technik dürfe der menschliche Kontakt nicht zu kurz kommen. Zu dem dreitägigen Kongress mit Fachvorträgen werden rund 800 Ärzte, Vertreter der Gesundheits- und Pflegebranche, sowie Angehörige und Betroffene selbst erwartet.

Gerade am Anfang einer Alzheimer-Erkrankungen sowie bei jungen Betroffenen könnten künstliche Intelligenz, Roboter und andere bereits auf dem Markt existierende Technik Helfer im Alltag sein, erläuterte Teschauer. Sprachsysteme könnten etwa an die vergessene Telefonnummer der Tochter erinnern oder ein vernetzter Kühlschrank wäre in der Lage anzugeben, dass bereits neun Stück Butter im Fach sind und kein weiteres gekauft werden muss.

Teils würden schon Geräte extra für Demenzkranke erprobt, berichtete Teschauer. Dazu zählten sogenannte Virtuelle-Realität-Brillen für die Erinnerungsarbeit Betroffener oder Roboter, die mit Erkrankten alte Lieder singen. Solche Möglichkeiten müssten aber auch wegen des Schutzes der Privatsphäre diskutiert werden. »Angehörige können schon jetzt aus hundert Kilometern Entfernung etwa über eine Web-Kamera sehen, ob der Opa vergessen hat, die Herdplatte auszumachen.« Die Frage sei, ob so etwas auch ethisch vertretbar ist.

Nach Schätzungen sind deutschlandweit etwa 1,7 Millionen an Demenz erkrankt. Bis 2050 wird auch aufgrund der alternden Gesellschaft und bisher fehlenden wirksamen Therapien mit drei Millionen Betroffenen gerechnet.

Foto: Fotolia/sudok1

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