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Iran-Krieg
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Krebsmedikament Cisplatin in Indien knapp

Zwar haben sich der Iran und die USA auf ein Friedensabkommen geeinigt, was mit einer Öffnung der Straße von Hormus einhergehen soll. Dennoch zeigen Berichte, dass der Iran und Indien bisher durch den Krieg massiv von Arzneimittelengpässen bedroht wurden.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 16.06.2026  09:45 Uhr

Die USA und der Iran sollen sich nach Angaben von internationalen Medienberichten auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt haben. Dabei soll es sich laut Medienberichten um ein »Memorandum of Understanding« mit 14 Punkten handeln. Kernelemente seien unter anderem die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten und die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Laut iranischen Medien sollen bereits erste iranische Schiffe das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert haben. Zudem enthalte das Abkommen die grundsätzliche Zusage Irans, in Zukunft auf den Besitz von Atomwaffen zu verzichten.

Am Freitag soll in Genf eine Unterzeichnungszeremonie mit Vertretern der Konfliktparteien stattfinden. Anschließend ist eine 60-tägige Phase geplant, in der die USA und der Iran ein umfassenderes Friedensabkommen ausarbeiten wollen. Laut den Berichten könnte es dauern, bis sich die internationalen Lieferketten wieder stabilisiert haben.

Platinbasiertes Krebsmedikament Cisplatin in Indien knapp

Die »Deutsche Welle« hatte bereits berichtet, dass die Auswirkungen des Krieges in iranischen Apotheken und Kliniken deutlich spürbar seien. Einige Medikamente sind seit Kriegsbeginn faktisch vom Markt verschwunden, während andere offenbar nur noch sporadisch oder zu stark überhöhten Preisen erhältlich sind. Viele Patientinnen und Patienten können ihre Rezepte nicht einlösen, weil sie sich die Arzneimittel nicht mehr leisten können.

Auch Indiens Versorgung mit Arzneimitteln ist von dem Krieg bedroht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, geht es vor allem um das platinbasierte Krebsmedikament Cisplatin, das zur Behandlung solider Tumoren wie Hoden-, Eierstock-, Blasen-, Gebärmutterhals- und Lungenkrebs eingesetzt wird. Indien sei auf importiertes Platin angewiesen. Wichtige Lieferungen aus Ländern wie Südafrika gehen nach Angaben von Ärzten und Branchenvertretern aufgrund stark gestiegener Preise sowie wegen Störungen infolge der Konflikte im Nahen Osten zurück.

Es gebe seit Monaten Lieferengpässe, aber in den vergangenen Wochen habe sich die Lage deutlich verschärft, sagte Rajiv Singhal, Generalsekretär der All India Organisation of Chemists and Druggists, der Nachrichtenagentur Reuters. In Indien werden platinbasierte Chemotherapeutika von zahlreichen Generikaherstellern produziert, darunter Cipla und Intas Pharmaceuticals sowie kleinere, auf Onkologie spezialisierte Unternehmen wie Naprod Life Sciences und Venus Remedies, erklärte Singhal.

Auch ein indischer Arzneimittelgroßhändler sagte dem Medium, dass er täglich etwa zehn Anrufe von Patienten bekomme, die Hilfe bei der Beschaffung von Cisplatin suchten.

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