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Weltkrebstag

Krebs heilen – aber wann und wie?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält Krebsleiden in absehbarer Zeit für besiegbar. »Es gibt gute Chancen, dass wir in 10 bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben«, sagte der CDU-Politiker heute der «Rheinischen Post». Etwas anders beurteilt der SPD-Gesundheitsexperte und Mediziner Karl Lauterbach die Situation. 
Julia Endris
01.02.2019  13:36 Uhr

Lauterbachs Einschätzung nach könne man 60 Prozent der Krebsfälle nicht vermeiden, »selbst wenn wir alles umsetzen würden, was wir wissen«. In Deutschland müsse Grundlagenforschung an Universitäten massiv unterstützt werden, so der Politiker. Die Forschung münde zudem zu selten in Produkten für Patienten. Es gebe zu wenig Vernetzung, etwa für eine einheitliche Kartierung der rund 150 Gene, die bei Krebs eine Rolle spielten. 

In den USA gebe es ein nationales Krebsinstitut, in England den National Health Service, in Frankreich zentrale Planung. »Wir haben die Köpfe, wir haben das Geld, wir haben die Möglichkeiten – das muss zusammengebracht werden«, forderte Lauterbach. Sonst werde Deutschland abgehängt. 

Im Kampf gegen Krebs will die Bundesregierung in den kommenden zehn Jahren alle Kräfte mobilisieren und enorme Fortschritte gegen Krebserkrankungen erreichen.  Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte heute im Bundestag. »Wir wollen Krebs besser verstehen, wir wollen Krebs verhindern, wir wollen Krebs heilen.« Zur Bündelung und Vernetzung der Initiativen, Forschung und Akteure rief die Bundesregierung diese Woche die »Nationalen Dekade gegen den Krebs« ins Leben. 

Heute debattierte das Parlament die sogenannte Hightech-Strategie der Regierung, die Deutschland mit Milliardeninvestitionen im internationalen Wettbewerb um Technologie nach vorne bringen soll. Karliczek bekräftigte unter anderem, dass neben den Nationalen Zentren für Tumorerkrankungen in Heidelberg und Dresden weitere Standorte aufgebaut werden sollten.

 

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