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Juckreiz
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Kratzen hat auch Vorteile

Kratzen hat eine ambivalente Wirkung, wie Forschende aus den USA an Mäusen zeigen. Einerseits macht es die Haut anfälliger für Krankheitserreger, andererseits kurbelt es eine Schleife von Immunreaktionen an. Die Ergebnisse könnten einen Anhaltspunkt darstellen, um an Arzneimitteln gegen chronischen Juckreiz zu forschen.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 05.02.2025  11:00 Uhr
»Juck-Kratz-Zyklus« als immunologische Verstärkungsschleife

»Juck-Kratz-Zyklus« als immunologische Verstärkungsschleife

Die Forschenden beschreiben den Zyklus aus Jucken und Kratzen folgendermaßen:

  • Allergene, Infektionen oder andere Reize aktivieren die Hautmastzellen über IgE-Rezeptoren oder andere Mechanismen. Diese setzen Mediatoren wie Histamin frei, die die MrgprA3 + -Juckreiz-Neuronen stimulieren und Juckreiz auslösen.
  • Die Person beginnt zu kratzen.
  • Die mechanische Reizung aktiviert TRPV1 + -Neuronen (Schmerzrezeptoren), die daraufhin Substanz P ausschütten.
  • Substanz P aktiviert über MrgprB2/MRGPRX2 erneut Mastzellen, was eine verstärkte Entzündung zur Folge hat.
  • Die verstärkte Entzündung sensibilisiert die Haut, wodurch der Juckreiz noch intensiver wird – und der Zyklus beginnt von vorne.

Dieser Kreislauf ist besonders relevant für chronische Juckreiz-Erkrankungen, da wiederholtes Kratzen zu anhaltender Entzündung und einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs führen kann.

Immunologie-Experte Professor Dr. Aaron Ver Heul kommentiert in einem Begleitartikel von Science: »Die Ergebnisse definieren nicht nur einen bisher unbekannten neuroimmunen Juckreiz-Kratz-Schaltkreis, sondern könnten auch die Grundlage für Forschung bilden, die Menschen mit chronischem Juckreiz helfen könnte.«

Kleiner schützender Effekt

Interessanterweise zeigte sich in der Studie, dass kratzende Mäuse weniger Bakterien auf der Haut aufwiesen, insbesondere Staphylococcus aureus. Dies legt nahe, dass Kratzen in bestimmten Situationen auch einen schützenden Effekt haben kann.

Seniorautor Professor Dr. Daniel Kaplan erklärt dazu in einer Pressemitteilung der Universität: »Aber der Schaden, den das Kratzen der Haut zufügt, überwiegt wahrscheinlich diesen Nutzen, wenn der Juckreiz chronisch ist.« 

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