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Fachgesellschaft fordert

Kostenlose FFP2-Schutzmasken für alle Diabetiker

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrüßt die Maßnahme der Bundesregierung, ältere Menschen sowie Patienten mit Vorerkrankungen mit kostenlosen FFP-2-Masken auszustatten. Sie bedauert jedoch, dass dabei bislang nur Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2, nicht jedoch auch Betroffene mit anderen Diabetesformen berücksichtigt werden.
Christiane Berg
14.01.2021  09:00 Uhr

»Das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ergibt sich nicht allein aufgrund des Diabetestyps, sondern ist abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand, der Glykämie-Lage und der Krankheitsschwere«, betont Professor Dr. Baptist Gallwitz, Tübingen, in einer aktuellen Mitteilung der DDG.

So könnten auch Menschen mit Typ-1-Diabetes schwere Schäden an Gefäßen und Organen oder aber eine schwankende Stoffwechsellage aufweisen. Auch diese müssten als Risikopatienten eingestuft werden und einen besseren Schutz erhalten, da sie ein erhöhtes Risiko für schweres Covid-19 haben. Grundsätzlich sollten bei der kostenlosen Verteilung von FFP2-Schutzmasken alle Menschen mit Diabetes mellitus einbezogen werden. »Es darf hier nicht zu einer Benachteiligung von immerhin rund 341.000 Erwachsenen mit einem Typ-1-Diabetes in Deutschland kommen«, warnt auch die DDG-Präsidentin Professor Dr. Monika Kellerer und fordert das BMG auf, hier nachzubessern.

Bereits in einer entsprechenden Stellungnahme im Dezember des vergangenen Jahres hat die DDG eine Verteilung von Schutzmasken für alle Menschen mit Diabetes mellitus unabhängig vom Diabetes-Typ empfohlen. Insbesondere bei Diabetes-Patienten mit HbA1c-Werten von über 8,1 Prozent sei häufiger mit Komplikationen zu rechnen.

Schon bei früheren Ausbrüchen vergleichbarer Viruserkrankungen, so zum Beispiel dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom durch Coronaviren (SARS-CoV-1), dem Middle East Respiratorischen Syndrom (MERS-CoV) oder auch der Influenza sei der Zusammenhang zwischen der Glykämie-Lage und der Krankheitsschwere offensichtlich gewesen. Auch und gerade stark schwankende Glucose-Spiegel mit Spitzenwerten > 250 mg/dl hätten einen ungünstigen Einfluss auf die Mortalität gezeigt.

Ist die Adipositas pathophysiologisch sehr eng über Mechanismen der Insulinresistenz und der chronischen Inflammation mit Typ-2-Diabetes, arterieller Hypertonie, Dyslipidämie und atherosklerotischen Gefäßerkrankungen verknüpft, so könne diese per se zu ausgeprägten Zytokinstürmen mit teils beatmungspflichtigen Acute Respiratoy Distress-Syndromen (ARDS) führen.

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