Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Vergleich Cannabis-Politik 
-
Kommerzialisierung treibt Konsum 

Forschende haben Ansätze für Cannabislegalisierungen in verschiedenen Ländern analysiert. Dabei zeigte sich, dass sich der Konsum in Ländern mit strengeren Regeln kaum veränderte. Anders sah es in Ländern mit stark kommerzialisierten Märkten aus. 
AutorKontaktdpa
Datum 23.06.2026  11:00 Uhr
Keine Effekte bei begrenzter Legalisierung

Keine Effekte bei begrenzter Legalisierung

In Europa, Afrika und Ozeanien konnten die Forscher keine direkten Zusammenhänge zwischen Schritten in Richtung Legalisierung und einer Veränderung des Konsums oder einer Zunahme von Störungen belegen. Das Team führt dies darauf zurück, dass dortige Änderungen in der Cannabis-Politik deutlich kleiner und begrenzter ausfielen, als es in den USA und Kanada der Fall war.

Im April 2024 wurde Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Erlaubt ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen in Privatwohnungen. Zuhause dürfen Erwachsene bis zu 50 Gramm Cannabis haben, unterwegs sind 25 Gramm erlaubt. Zulässig sind auch nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern.

Studienautor Freeman erklärt, man habe für Deutschland mit Stand 2025 keine signifikanten Veränderungen im Cannabis-Konsum seit der Legalisierung feststellen können. Wegen der kurzen Zeitspanne sei jedoch eine weitere Bewertung notwendig. Der geringe Grad der Kommerzialisierung könnte jedoch Veränderungen des Konsums auch begrenzen.

»Angesichts der sich rasch wandelnden globalen Cannabis-Politik ist es zunehmend wichtiger, sich zu fragen, wie sich die Politik ändern wird, anstatt ob sie sich überhaupt ändern wird. Die Art der politischen Veränderung ist entscheidend«, so Freeman.

Risiken besonders für Jüngere

Cannabis birgt besonders für jüngere Altersgruppen erhebliche Risiken. So warnt etwa das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, der Konsum könne die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen, zu Konzentrations- und Gedächtnisproblemen führen und die Gesundheit langfristig gefährden. Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum von Jugendlichen und psychotischen Störungen.

Laut einer 2024 im Fachjournal »Psychological Medicine« vorgestellten Studie haben die meisten Jugendlichen, bei denen eine psychotische Störung diagnostiziert wird, eine Vorgeschichte mit Cannabiskonsum. Der Zusammenhang zwischen Cannabis im Jugendalter und psychotischen Störungen könnte demnach sogar noch stärker sein als zuvor angenommen.

Mehr von Avoxa