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Vergleich Cannabis-Politik 
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Kommerzialisierung treibt Konsum 

Forschende haben Ansätze für Cannabislegalisierungen in verschiedenen Ländern analysiert. Dabei zeigte sich, dass sich der Konsum in Ländern mit strengeren Regeln kaum veränderte. Anders sah es in Ländern mit stark kommerzialisierten Märkten aus. 
AutorKontaktdpa
Datum 23.06.2026  11:00 Uhr

Was hat es für gesundheitliche Auswirkungen, wenn Cannabis legal konsumiert werden kann? Diese Frage wurde heftig diskutiert, bevor vor gut zwei Jahren Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert wurde. Nun hat sich ein Forschungsteam der britischen Universität Bath gemeinsam mit internationalen Kollegen dieser Frage gewidmet und systematisch Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre dazu gebündelt und ausgewertet. Aus den im Fachjournal »The Lancet Psychiatry« veröffentlichten Ergebnissen lassen sich einige Tendenzen ableiten.

Ein Hauptbefund der Studie: Eine gewisse Legalisierung geht nicht zwangsläufig mit erhöhtem Konsum einher. Das Risiko, insbesondere mit Blick auf gesundheitlich problematischen Konsum, scheint sich allerdings zu erhöhen, wenn die Legalisierung einen stark kommerzialisierten Markt für Cannabis hervorbringt, etwa mit speziellen Shops für Cannabis-Produkte. Die USA und Kanada gelten dem Team zufolge als Beispiele für solche Märkte.

Ob Länder den Besitz, Konsum und Verkauf von Cannabis verbieten oder erlauben, variiert weltweit sehr stark – und entwickelt sich stetig weiter. Das Team schaute sich unter anderem an, wie sich Änderungen in der Cannabis-Politik in verschiedenen Ländern im Zeitraum zwischen 2000 und 2025 darauf ausgewirkt haben, wie häufig psychische Störungen vorkommen oder wie oft Menschen wegen Psychosen ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Hauptautor Tom Freeman hält fest: »Wir haben kaum Anhaltspunkte für Veränderungen im Konsum nach der Entkriminalisierung oder einer streng kontrollierten Legalisierung gefunden.« Anders sei dies im Fall von Kanada und den USA, wo man weitreichendere Veränderungen festgestellt habe.

Mehr Probleme in Ländern mit kommerzialisiertem Markt

Problematischer Konsum von Cannabis nahm in den USA und Kanada besonders zu, wenn sich der Verkauf von Cannabis-Produkten im Einzelhandel ausweitete.

In den USA gibt es einen Flickenteppich an Cannabis-Regelungen, da die Bundesstaaten für Regelungen verantwortlich sind. In Kanada ist Cannabis bundesweit legalisiert, doch auch hier gibt es regionale Unterschiede, etwa beim Verkauf.

In diesen Ländern mit gewinnorientierten Märkten habe der Konsum zugenommen, stellt das Team fest. Auch der Wirkstoffgehalt des konsumierten Cannabis habe sich seit der Legalisierung erhöht. Das gilt auch für den Anteil der Erwachsenen mit einer Cannabis-Sucht. Als süchtig wird hier jemand definiert, der Probleme hat, mit seinem Konsum aufzuhören, obwohl dieser negative Wirkungen auf den Alltag hat.

In den USA und Kanada konnte das Team zudem einen Anstieg der Krankenhausaufenthalte wegen Psychosen und psychotischen Störungen bei Menschen mit problematischem Cannabis-Konsum erkennen.

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