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Genetische Anpassung
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Kolibris stecken Blutzuckerspitzen locker weg

Manche Vögel können ungebremst Nektar schlürfen und verkraften Blutzuckerwerte, die für Menschen gefährlich wären. Eine Studie zeigt, welche evolutionären Tricks sie entwickelt haben, um Zucker effizient zu verwerten.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 13.05.2026  14:30 Uhr

Während Ärztinnen und Ärzte bei Menschen vor zu viel Süßem warnen, um Erkrankungen wie Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes vorzubeugen, sind viele Kolibris, Papageien oder Honigfresser echte Naschkatzen. Und das können sie sich auch leisten. Ihr Organismus verkraftet nämlich Blutzuckerspitzen, die mehr als doppelt so hoch sind wie beim Menschen. Sie haben sich an eine Nahrung angepasst, die hauptsächlich aus Einfachzuckern besteht.

Um herauszufinden, warum einige Vogelarten bei süßen Leckereien hemmungslos zuschlagen können, hat ein Forschungsteam die Genome verschiedener Arten miteinander verglichen. Fünf davon ernährten sich überwiegend von Nektar oder Früchten, vier weitere bevorzugten dagegen Samen, Insekten oder Fleisch.

Dabei zeigte sich: Die zuckerliebenden Arten besitzen Genveränderungen, die überschüssige Glukose effizient in Fettreserven umwandeln. Zusätzlich fanden sich bei ihnen genetische Anpassungen in Bereichen, die Insulinregulation, Blutdruck und Stoffwechsel steuern.

Die Anpassungsstrategie der Vögel geht vermutlich weit über die reine Zuckerverarbeitung hinaus und betrifft das ganze physiologische System. Laut Autorenteam zielt die Zuckerregulation nicht nur auf eine bestimmte Kodierung ab, sondern greift von mehreren Seiten an.

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