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Update Coronaviren
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Klinische Studien in China gestartet

Die Coronavirus-Epidemie wächst sich in China weiter aus. Die Ansteckungsgefahr dort ist groß, die Sterblichkeit liegt Experteneinschätzungen zufolge trotz steigender Todesfälle aber wohl unter 1 Prozent. Derweil sind in China klinische Studien mit antiviralen Arzneistoffen gestartet.
AutorKontaktPZ/dpa
Datum 06.02.2020  09:50 Uhr

Finanzielle Folgen gravierend

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht in den nächsten drei Monaten zusätzlich mehr als 600 Millionen Euro für die Eindämmung des Coronavirus. Nach den Berechnungen sind 675 Millionen US-Dollar (613 Millionen Euro) nötig, um auch ärmeren Ländern zu helfen, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. «675 Millionen Dollar ist viel Geld, aber es ist deutlich weniger als das, was auf uns zukommen könnte, wenn wir nicht jetzt in die Vorkehrungen investieren», sagte Tedros. Die WHO verschicke 250.000 Testsets an 70 Labore weltweit. Zudem würden unter anderem eine halbe Million Gesichtsmasken und 350.000 Paar Handschuhe verschickt.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat sich besorgt über mögliche Auswirkungen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus auf die konjunkturelle Entwicklung gezeigt. Nachdem die Bedrohung für den Welthandel durch den Handelskrieg zwischen den USA und China etwas in den Hintergrund getreten sei, sorge das Coronavirus für neue Unsicherheit, sagte Lagarde in Paris.

Nach Berechnungen des Ifo-Instituts wird sich die Corona-Seuche dagegen kaum auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Der Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser sagte der «Zeit», die Infektionskrankheit SARS habe die chinesische Wirtschaft im Jahr 2003 um 1 Prozent weniger wachsen lassen und die deutsche um 0,5 Promille. «Wenn die aktuelle Epidemie das chinesische Wirtschaftswachstum doppelt so stark dämpft, wie es bei SARS der Fall war, dürfte es in Deutschland um etwa 0,1 Prozent niedriger ausfallen.» Denn eine Epidemie dämpfe vor allem den Konsum. «Für Deutschland ist es aber praktisch irrelevant, wenn der Konsum in China zurückgeht. Wir liefern kaum Konsumgüter dorthin.»

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