Pharmazeutische Zeitung Online
AMK
Vermittelte Facharztbesuche

Kein neuer Termin für Schwänzer

Wer sich bei einer Terminservicestelle einen Facharzttermin geben lässt, zu diesem aber nicht erscheint, soll für einige Wochen keinen neuen bekommen. Das hat der Verband der niedergelassenen Ärzte (NAV-Virchow-Bund) gefordert.
Anna Pannen
06.12.2018
Datenschutz bei der PZ

Facharzttermine sind knapp in Deutschland, oft müssen Patienten wochenlang auf einen warten. 2016 hat der Bund gegengesteuert und sogenannte Terminservicestellen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichtet. Ruft ein Patient dort an, muss die Stelle ihm innerhalb der nächsten sieben Tage einen Termin in den kommenden vier Wochen vermitteln.

Nun haben Rückmeldungen von Ärzten ergeben: 30 Prozent der so vermittelten Termine werden von den Patienten unentschuldigt versäumt. Ein Ärgernis für die überlasteten Praxen, deren Organisation so vollkommen durcheinandergerät. Der NAV-Virchow-Bund hat deshalb heute verlangt, Terminschwänzer sollten bei den Vermittlungsstellen nach einem solchen Vorkommnis für vier Wochen gesperrt werden – also vier Wochen lang keine neuen Termine über eine solche Stelle zugewiesen bekommen.

»Wer keine Terminmoral zeigt und so nicht daran mitwirkt, das Gesundheitssystem wirtschaftlich zu nutzen, verhält sich unsolidarisch gegenüber anderen Patienten und unangemessen gegenüber den begrenzten Ressourcen im System«, sagte der Chef des NAV-Virchow-Bundes Dirk Heinrich. »Diese Schwänzer nehmen denen die Termine weg, die sie wirklich dringend brauchen«.

Funktionieren soll die Sperrung über Rückmeldungen der Praxen. Gesperrte Patienten sollen laut Heinrich natürlich trotzdem weiterhin regulär zum Arzt gehen können und dort behandelt werden. Nur die bevorzugte Vergabe über eine Vermittlungsstelle soll eben wegfallen. /

Mehr von Avoxa