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Prostatakrebs

Kein erhöhtes Risiko unter Entacapon

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA meldet, dass die Einnahme des Antiparkinson-Mittels Entacapon nicht mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs einhergeht. Studiendaten hatten dies nahegelegt. Der Verdacht erhärtete sich jedoch in einer Überprüfung durch die FDA nicht.
Annette Mende
14.08.2019
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Entacapon ist ein Hemmer der Catechol-O-Methyl-Transferase (COMT), der in Kombination mit Levodopa zur Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson eingesetzt wird. Er verhindert den Abbau von Levodopa und erhöht so dessen Bioverfügbarkeit. Der Wirkstoff ist als Monopräparat (Comtess® und Generika) sowie als Fixkombination mit Levodopa und Carbidopa (Stalevo® und Generika) im Handel.

Aktuell teilt die FDA mit, dass Entacapon das Risiko für Prostatakrebs beim Anwender nicht erhöht. Dies habe eine Studie des Pharmaunternehmens Novartis ergeben, das Stalevo in den USA vermarktet. Eine davon unabhängige Überprüfung der Gesundheitsdaten von US-Veteranen habe das Ergebnis bestätigt. Alles in allem sehe man keinen Hinweis auf ein erhöhtes Prostatakrebs-Risiko unter Entacapon und daher auch keinen Anlass, die Angaben in den Fach- und Gebrauchsinformationen zu ändern, so die FDA.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme von Entacapon und Prostatakrebs war 2010 in der STRIDE-PD-Studie aufgefallen. In dieser war untersucht worden, wie lange es dauert, bis Patienten Dyskinesien entwickeln, wenn sie Stalevo beziehungsweise die Entacapon-freie Kombination aus Carbidopa plus Levodopa einnehmen. Ein unerwartetes Ergebnis der Studie war, dass in der Stalevo-Gruppe mehr Männer an einem Prostatakarzinom erkrankten als in der Vergleichsgruppe. Die FDA hatte daraufhin Novartis beauftragt, diesen Sachverhalt in einer neuen Studie zu überprüfen.

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