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Impfungen
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KBV-Kampagne gegen Apotheken

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) startet im Oktober die Kampagne »Impfen beim Profi« – und will damit vor neuen Leistungen in Apotheken warnen. Diagnostik in Form von Tests habe in Apotheken und Drogerien nichts zu suchen, so der KBV-Vorstand.
AutorKontaktPZ
Datum 18.09.2026  09:20 Uhr

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Apotheken in der Primärversorgung und Prävention eine größere Rolle spielen. Aus der verfassten Ärzteschaft gibt es Widerstand dagegen. Zum Welttag der Patientensicherheit haben die KBV-Vorstände Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner jetzt noch einmal mit deutlichen Worten nachgelegt.

Diagnostik habe »nichts in Apotheken und Drogerien zu suchen«, heißt es in einer KBV-Mitteilung. »Dortige schnelle To-go-Angebote sind eben nicht vom Profi und führen eher zur Verunsicherung«, meinen die Kassenärzte und warnen vor zusätzlichem Beratungs- und Abklärungsbedarf in den Praxen.

Vor allem bei Impfungen seien niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die erste Anlaufstelle. »Es geht eben nicht nur um den Pieks in den Oberarm. Impfen gehört in die Praxis, schon allein unter dem Aspekt der Patientensicherheit«, so die KBV.

Ihre Position wollen die Kassenärzte mit einer Kampagne unter dem Motto ›Impfen beim Profi‹ verdeutlichen. Versicherte sollen dazu aufgerufen werden, sich in einer Arztpraxis gegen Influenza sowie andere Infektionskrankheiten impfen zu lassen und den Impfstatus prüfen zu lassen.

KVWL-Chef eskaliert

Noch krassere Worte findet Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe (KVWL): »Wer ärztliche Versorgung weiter auslagert, der riskiert Menschenleben! Um es klar zu sagen: Diagnostik hat in der Drogerie oder in der Apotheke nichts verloren!« Ein Befund ohne »vernünftige ärztliche Einordnung« sei für die Patientinnen und Patienten »völlig wertlos«.

Eine Ausweitung des Angebots in Apotheken bezeichnete Spelmeyer als leichtfertiges Spiel mit der Patientensicherheit. »Und wer glaubt, dass die Apotheken plötzlich zu einer tragenden Säule der Notfallversorgung werden, der irrt!« Der wirtschaftliche Druck auf die Apotheke vor Ort habe durch den Online-Versandhandel zugenommen. »Aber finanzielle Herausforderungen dürfen doch nicht auf dem Rücken der Patienten kompensiert werden. Das sollte eigentlich auch Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erkennen und solche absurden Entwürfe ad acta legen«, so Spelmeyer.

Politik setzt auf Apotheken

Die Politik hat sich dagegen längst für einen anderen Weg entschieden. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurden sämtliche Totimpfstoffe zur Impfung in Apotheken freigegeben. Mehr noch: Auch besonders geschulte PTA können künftig Impfungen verabreichen.

Prominente Unterstützung kommt nicht zuletzt aus den Reihen der Ärzteschaft: Die renommierte Virologin Professor Dr. Sandra Ciesek hat sich im PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« nachdrücklich für das Impfen in Apotheken ausgesprochen. Ciesek ist auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut.

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