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Preisbestimmung von Medikamenten
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Kassen und Industrie wollen AMNOG-Reform

Das AMNOG-Verfahren sorgt seit seiner Einführung immer wieder für Diskussionen. Jetzt sprechen sich die Pharmaindustrie und die Krankenkassen für eine Reform aus. Erwartungsgemäß unterscheiden sich ihre Ansätze erheblich.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 28.09.2026  15:00 Uhr
Pharmaindustrie verweist auf neue US-Politik

Pharmaindustrie verweist auf neue US-Politik

Auch die Pharmaunternehmen fordern eine Reform des AMNOG-Verfahrens. Dabei zielen sie aber nicht auf niedrigere Arzneimittelpreise ab. In der vergangenen Woche legte der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) eigene Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Nutzenbewertung vor.

Der vfa wünscht sich unter anderem, dass die internationalen Auswirkungen der deutschen Preise in dem AMNOG-Verfahren berücksichtigt werden. Insbesondere aufgrund des Most-Favored-Nation-Ansatzes der US-amerikanischen Politik hätten Änderungen des deutschen Erstattungssystems Folgen für andere Märkte. »Die Frage ist heute nicht mehr allein, welcher Preis für eine Innovation in Deutschland angemessen ist«, so vfa-Präsident Han Steutel. »Jetzt geht es darum: Was müssen die Rahmenbedingungen leisten, damit Innovationen Deutschland überhaupt erreichen?«

Die deutschen Preise könnten nicht mehr nur national betrachtet werden, da sie durch die Preisreferenzierung auch in den amerikanischen Markt hineinwirken. Ein durch deutsche Entscheidungen sinkendes Preisniveau in den USA könne die Refinanzierung von Forschung und Entwicklung beeinträchtigen. »Um internationale Rückwirkungen abzumildern, sollte in den Erstattungsbetragsverhandlungen das US-amerikanische Preisniveau berücksichtigt werden können«, schreibt der vfa. Zudem solle für neue Arzneimittel in den ersten zwölf Monaten nach Markteinführung wieder die freie Preisbildung gelten.

Weil deutsche Erstattungsbeträge internationale Auswirkungen haben, braucht ihre Vereinbarung laut dem vfa eine verlässliche Grundlage. Der Maßstab für die Preise solle der nachgewiesene Zusatznutzen und damit der therapeutische Wert der Innovation sein. Gesetzliche Eingriffe hätten dieses Prinzip in den vergangenen Jahren zunehmend geschwächt. Der vfa setzt deshalb auf eine Stärkung der nutzenbasierten Verhandlung und die Rücknahme zusätzlicher Eingriffe.

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