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Bayern

Kammer weiter für Rx-Versandverbot

Die Delegierten der Bayerischen Landesapothekerkammer haben heute einstimmig eine Resolution abgesegnet, die ein Rx-Versandverbot fordert. Es gab aber auch warnende Stimmen, darin eine dauerhafte Lösung zu sehen.
Brigitte M. Gensthaler
20.11.2018
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»Die Delegierten der Bayerischen Landesapothekerkammer fordern die Bundesregierung auf, einheitliche Abgabepreise für verschreibungspflichtige Arzneimittel zu gewährleisten«. So lautet der Text der Resolution, für den heute sämtliche Delegierten der Bayerischen Landesapothekerkammer bei ihrer Versammlung in München stimmten.

»An der auch im Koalitionsvertrag niedergelegten Einschätzung, dass eine Rückführung des Versandhandels auf den Bereich der nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel als das Mittel der Wahl zur Umsetzung dieses Ziels zu betrachten ist, hat sich nichts geändert. Der vom Bundesgesundheitsministerium aktuell vorgelegte Entwurf eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung bietet jetzt die ideale Gelegenheit, dies zeitnah umzusetzen«, heißt es weiter.

Vor der Abstimmung war Kammerpräsident Thomas Benkert vehement für das Rx-Versandverbot eingetreten. Auch zwei Jahre nach dem EuGH-Urteil habe die Politik keine Alternative zur Herstellung der Gleichpreisigkeit von Rx-Arzneien angeboten, und Gesundheitsminister Spahn sei »mit leeren Händen« zum Deutschen Apothekertag gekommen, sagte er.

»Das Rx-Versandverbot hat für uns weiterhin oberste Priorität. Wir brauchen die Gleichpreisigkeit ohne Wenn und Aber«, forderte Benkert unter Beifall. Wenn sich die Apotheker davon verabschiedeten, würden ausländische Versandapotheken Oberhand gewinnen. Benkert prognostizierte eine Rabattschlacht mit Höchstpreisen, bei der kleinere Apotheken nicht mithalten können, und in der Folge die Bildung größerer Apothekeneinheiten bis hin zu Ketten. Dann sei der Beruf nicht mehr als Heilberuf auszuüben. »Es geht nur über ein Rx-Versandverbot«, unterstrich der Präsident und bekam dafür viel Unterstützung in der Diskussion.

Auch der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands, Dr. Hans-Peter Hubmann, steht zum Rx-Versandverbot. Doch er sieht keine politische Mehrheit mehr dafür. »Das Rx-Versandverbot ist unser oberstes Ziel, aber dieser Weg birgt die Gefahr, völlig zu scheitern, ohne jegliche Kompensation«, sagte er. Momentan sei ein Ausgleich für Apotheker sehr wohl im Gespräch, jedoch gebe es diese Chance nur jetzt, so Hubmann.

Zudem befürchtet er, dass ein Versandverbot nur temporär Sicherheit bieten werde. »Wir müssen die Apotheken immun machen gegen die Bedrohungen des ausländischen Versandhandels.« Mit Hochdruck würden derzeit alle möglichen Optionen diskutiert, aber es gebe noch keine endgültige Entscheidung. Er halte sich an die vereinbarte Vertraulichkeit der Verhandlungen, betonte Hubmann und verwies Berichte über angeblich vereinbarte Konzepte, die in bestimmten Medien verbreitet werden, ins Reich der Phantasie. 

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