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Regeln für die Onlinewelt
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Jugend wählt Selbstschutz

Obwohl junge Menschen täglich online sind, sprechen sich viele für Grenzen der Social-Media-Nutzung aus. Der neue TK-Report zeigt, welche Belastungen sie selbst empfinden. Experten überrascht die Sorge der Jugendlichen um andere.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 27.08.2026  12:30 Uhr

Jugendliche sind zwar gern in sozialen Netzwerken unterwegs – dennoch hätte mehr als die Hälfte der 12- bis 17-Jährigen nichts gegen ein Social-Media-Verbot bis zu einem bestimmten Alter in Deutschland einzuwenden. Das zeigt eine Online-Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Von den 1400 Teilnehmenden befürworteten 8 Prozent ein generelles Verbot, 47 Prozent präferierten eine Altersgrenze. 39 Prozent lehnten Einschränkungen komplett ab. Auffällig war, dass Mädchen sich im Schnitt häufiger für ein Verbot aussprachen als Jungen – und auch je älter die Jugendlichen waren, desto häufiger stimmten sie dafür.

Als mögliche Grenze nennen viele 14 Jahre. In Frankreich gab es zuletzt einen Vorstoß für ein Mindestalter von 15 Jahren, der jedoch seit Juli auf Eis liegt. Für TK-Chef Jens Baas greift ein pauschales Verbot zu kurz. Neben mehr Medienkompetenz sieht er vor allem die Plattformen in der Pflicht, den Jugendschutz zu stärken. Das betonte er bei der Vorstellung des TK-Reports »Jugend zwischen Like und Limit« heute in Berlin.

Nichtsdestotrotz bewerten Jugendliche ihre Social-Media-Nutzung nicht grundsätzlich negativ. 65 Prozent finden, dass ihnen soziale Netzwerke »eher« guttun, 15 Prozent finden sogar »sehr gut«. Für viele gehe es um Austausch mit Freundinnen und Freunden, Inspiration und Informationen, so Baas.

Schlechte Laune steigt

Gleichzeitig nennen die jungen Menschen Belastungsfaktoren wie Werbung (57 Prozent), Fake News (52 Prozent), zu viel Online-Zeit (36 Prozent), Mobbing und Beleidigungen (35 Prozent) sowie unerwünschte Inhalte wie Gewaltdarstellungen (31 Prozent).

Baas warnte zudem vor den Auswirkungen hoher Nutzungszeiten auf das mentale Wohlbefinden. Von jenen, die täglich vier Stunden oder mehr online sind, berichten 49 Prozent von schlechter Laune. Bei einer Nutzung von ein bis zwei Stunden sind es nur 20 Prozent.

Ähnlich deutliche Unterschiede zeigen sich demnach bei Gefühlen wie Unsicherheit und Zweifel (41 gegenüber 22 Prozent), Unzufriedenheit mit sich selbst (40 gegenüber 22 Prozent), Gereiztheit oder Wut (39 gegenüber 14 Prozent), innerer Unruhe (39 gegenüber 17 Prozent) sowie Erschöpfung (39 gegenüber 22 Prozent).

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