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Elektronische Verordnung

Ist das E-Rezept auf der Zielgeraden?

»Das ist nichts Schlimmes«

Was den aktuellen E-Rezept-Test in der Modellregion Berlin-Brandenburg betrifft, so unterstrich Apothekerin Garbe das einfache Handling des E-Rezepts in der Apotheke: »Das ist nichts Schlimmes.« Nach der ersten Phase mit Rezept-Dummies bediene sie nun echte Rezepte. Im vierten Quartal soll das Ganze dann bundesweit ausgerollt werden, so der Plan. Für Garbe ist vor allem auch die Frage wichtig, wie sie ihre Stammkunden, mehrheitlich Patienten über 70 Jahre, künftig beim E-Rezept mitnehmen könne. Hier ist sicher noch viel Beratung vonnöten. Das betonte auch ABDA-Vize Mathias Arnold. Es brauche in den Apotheken extrem viel Beratung. »Denn es ist die einzige Stelle, wo ich die Digitalisierung den Patienten vor Ort erklären kann.«

Bis das E-Rezept vollumfänglich digital über die eigens dazu konzipierte staatliche Gematik-App genutzt werden wird, ist aber neben digitaler Affinität vor allem auch ein entsprechender Authentifizierungsweg erforderlich, damit Versicherte online auf ihr E-Rezept zugreifen können. Diese dafür notwendigen NFC-fähigen elektronischen Gesundheitskarten sind derzeit noch absolute Mangelware. Das kann auch AOK-Expertin Richard nicht von sich weisen. Derzeit arbeiten die Kassen an einem alternativen Verfahren, damit Versicherte übergangsweise die Gematik App auch ohne diese Karten vollumfänglich nutzen können. »Ich bin zuversichtlich, dass wir die Alternative zeitgerecht anbieten können«, versicherte sie.

Foto-Funktion als Übergangslösung

Apropos Übergangszeit: Da gibt es derzeit einige Zwischenlösungen, wie etwa auch die Fotofunktion in Versender-Apps mit der Doc Morris und Co. Versicherten ermöglichen, die E-Rezept-Token als Foto zu verschicken. Aber hier sehen sowohl Gematik als auch Apothekerseite offenbar kein Problem. Das sei keine langfristige Perspektive, so Leyck Dieken. Und Arnold erklärte, letztlich gehe es um die Entscheidung des Bürgers für den analogen oder den digitalen Weg der Rezept-Einlösung. Die Verschreibung an sich sei in jedem Fall digital. »Das ist der Schatz für Wissenschaft und Fortschritt.« Die Nutzung anonymisierter Verordnungsdaten ermöglichten künftig eine Analyse der Versorgungssituation und führten so zu Optimierung von Therapien.

Klappt es denn nun zum 1. Januar 2022 mit dem E-Rezept? Da sind die Meinungen der Diskutanten eher verhalten. Gematik-Chef Leyck Dieken hingegen zeigte sich zuversichtlich: »Es wird funktionieren, denn die aktuell existierenden Fehler sind keine Showstopper.« 100 Tage seien noch viel Zeit, um »technisch viel zu gewinnen und Fehler aufzuholen«. Aber: »Es braucht das Bekenntnis aller, dass sie daran teilnehmen.«

Das Video dieser Gesprächsrunde sowie viele weitere Beiträge der Expopharm Impuls sind ab dem 20. September bis Mitte Januar unter www.expopharm-impuls.de abrufbar.

 

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