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Heilen mit Antimon: Von der Chemiatrie zur Chemotherapie

06.03.2000
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-TitelGovi-Verlag

ARZNEIMITTELGESCHICHTE

Heilen mit Antimon: Von der Chemiatrie zur Chemotherapie

von Norbert Marxer, Heidelberg

Im Gegensatz zu Silber und Quecksilber, deren Verbindungen als Haut- und Schleimhautdesinfizientien eingesetzt werden, besitzen das Halbmetall Arsen keine und sein chemischer Verwandter Antimon nur eine untergeordnete therapeutische Bedeutung. Dies war nicht immer so. Metallverbindungen wurden im 16. und 17. Jahrhundert von den Anhängern des Paracelsus als Arzneimittel empfohlen und erlebten an der Wende zum 20. Jahrhundert in der naturwissenschaftlichen Medizin eine Renaissance als Antiseptika und Chemotherapeutika. Vor allem Antimonverbindungen hatten seit der frühen Neuzeit eine wechselnde therapeutische Bedeutung: Wurde ihnen im Zeitalter der Chemiatrie aufgrund ihrer emetischen Wirkung eine Allheilwirkung zugesprochen, so erkannte man in unserem Jahrhundert ihre antiinfektive Wirkung und nutzte sie - bis heute - als Protozoenmittel.

Das wichtigste Antimon-haltige Mineral, der Grauspießglanz (Antimonit), war im Altertum den Griechen unter der Bezeichnung "stimh" (stimmi) und den Römern als "stibium" (lateinisch für Zeichen, Markierung, schwarze Schminke) bekannt. Arabische Heilkundige bezeichneten ihn als "al-kuhl". Der Begriff Antimon könnte auf das griechische "anthemon" (Blüte) zurückgehen. Man vermutet, dass die blütenartige Struktur des Grauspießglanzes dem Mineral seinen Namen gab. Constantinus Africanus (um 1018 bis 1087), der bedeutendste Übersetzer griechisch-arabischer medizinischer Text an der Medizinschule von Salerno, gilt als Schöpfer des Terminus "Antimonium". In der frühen Neuzeit verwendete man diese Bezeichnung sowohl für Antimonit als auch für das daraus gewonnene reine Antimon[III]-sulfid. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Name Antimon nur noch für das gediegene Metall benutzt. 1814 schlug der Begründer der Elementaranalyse, der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779 bis 1848), das Symbol "Sb" vor. Die heutige Terminologie verwendet die Begriffe "stibium" und "antimon" parallel (1).

Erstmals wird Antimon bei den alten Ägyptern medizinisch angewendet, und zwar in entzündungshemmenden Augensalben und als Augenschminke. Nach Aulus Cornelius Celsus (1. Jh. n. Chr.) setzten es die alten Griechen vorwiegend in Augenwässern ein. Pedanios Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) und Gaius Plinius der Ältere (23 bis 79) erwähnen den Gebrauch des "stimmi" für die Wundbehandlung. In der mittelalterlichen Heilkunde schrieb man Antimonium trocknende, Blut stillende und fäulniswidrige Eigenschaften zu (2). Das Johannes Platearius (12. Jahrhundert) zugeschriebene "Circa instans", eines der herausragendsten Beispiele medizinisch-pharmazeutischer Fachprosa des Hochmittelalters, schreibt dazu (3):

"Antimonium ist heiß und trocken im vierten Grad [...]. Es hat die Kraft zu lösen und gewaltig auszutrocknen [...], sein Pulver auf den fressenden Krebs getan, ist das beste Mittel für das überflüssige Fleisch. Gegen den Fluß des Blutes aus den Nasenlöchern wird Baumwolle in Sanguinariasaft eingetaucht und Antimoniumpulver in die Nasenlöcher eingebracht [...]."

Vom Externum zur innerlichen Anwendung

Der Wundarzt und Laientheologe Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493/94 bis 1541), empfahl Antimon-haltige Zubereitungen nicht nur für äußerliche Anwendungen, sondern propagierte sie in seinem Werk "Große Wundarznei" (1536) erstmals auch für innerliche Zwecke. Er postulierte, dass der menschliche Körper durch Antimonium gereinigt und verjüngt werde (4).

Diesen Analogieschluss leitete er aus der Beobachtung ab, dass Grauspießglanz in der Metallurgie erfolgreich zur Goldläuterung verwendet wurde. Man überführte dabei mit Hilfe von geschmolzenem Antimon[III]-sulfid unedle Metalle und Silber in ihre Sulfide, während das durch zugesetzte Eisenspäne gebildete metallische Antimon das Gold aufnahm. Dadurch erkannten die Alchemiker und Hüttenleute der frühen Neuzeit, dass Antimon ein eigenes Metall ist und nicht, wie bis dahin angenommen, eine Art Blei (5). Antimon wurde später unter anderem in einer Legierung mit Zinn für die Herstellung von "Brechbechern" verwendet, aus denen Wein nach längerer Kontaktzeit das emetisch wirkende Antimon[III]-kaliumtartrat (Brechweinstein) herauslöste (6).

Da Paracelsus Grauspießglanz für die medizinische Anwendung als zu toxisch befand, gab er Vorschriften, wie geeignetere Abwandlungen herzustellen seien. So beschrieb er Flores Antimonii (Spießglanzblüte, Antimon[III]- und Antimon[IV]-oxide), Oleum Antimonii (Antimon[III]-chlorid und seine Hydrolyseprodukte) und Mercurius vitae (Antimonoxychlorid) (7). Mit seinen Anweisungen, Metalle und Metallverbindungen medizinisch zu nutzen, legte er den Grundstein für die Chemiatrie (8), ein therapeutisches Konzept, das sich (al-)chemisch zubereiteter Arzneimittel bediente. Ihre Anhänger verstanden die Alchemie nicht als eine Gold machende "ars transmutatoria", sondern als einen "modus praeparandi rerum naturalium", der durch Extraktion, Sublimation und Destillation die der Materie innewohnende heilsame "Quinta essentia" darstellte.

Paracelsische Arzneien riefen jedoch schnell ihre Gegner im medizinischen Establishment auf den Plan. So untersagte 1565 die medizinische Fakultät der Sorbonne allen in Paris praktizierenden Ärzten den Gebrauch des Antimons. Dies hinderte einige französische Ärzte nicht daran, Anweisungen zum therapeutischen Einsatz von Antimonverbindungen zu veröffentlichen. Chemiatrische Rezepte finden sich zum Beispiel in der "Pharmacopoea Dogmaticorum Restituta" (1607) und dem "Antidotarium Spagyricum" (Lyon 1576) von Joseph Duchesne, genannt Quercetanus (1521/44 bis 1609). In der Folge kam es zu langen Streitigkeiten zwischen Quercetanus sowie anderen paracelsischen Autoren und der medizinischen Fakultät unter ihren Dekanen Jean Riolan dem Älteren (1538 bis 1605) und Guy Patin (1601 bis 1672). Der 1638 von der medizinischen Fakultät herausgegebene galenische "Codex medicamentorum" empfahl keine Antimon-haltigen Pharmaka, konnte aber die zunehmende Akzeptanz chemiatrischer Arzneien in der medizinischen "res publica litteraria" nicht aufhalten.

Chemiatrie im Dienst der Humoralpathologie

Vor allem das 17. Jahrhundert gilt als Blütezeit der Chemiatrie. Ihre Vertreter erweiterten und popularisierten den Arzneischatz des Paracelsus erheblich und wiesen neben Quecksilber- vor allem Antimonverbindungen eine zentrale Rolle zu. Johann Thoelde (vor 1565 bis 1624) gab zwischen 1599 und 1604 ein Schriftenkorpus heraus, das er einem Mönch namens Basilius Valentinus zuschrieb. Eines der Werke, der 1604 erschienene "Triumphwagen Antimonii" erläutert den therapeutischen Einsatz. Thoelde kommentierte auch verschiedene Antimonschriften Alexander von Suchtens (gest. 1576/1590), der bereits 1570 ein "Liber unus de secretis antimonii" in Druck gegeben hatte. Auf Adrian von Mynsicht (um 1603 bis 1638) geht die medizinische Verwendung von Brechweinstein zurück. Er empfahl die Verbindung erstmals in seinem "Thesaurus et Armamentarium medico-chymicum" (1631) (9).

Obwohl sich die Chemiater entschieden von ihren den arabisch-mittelalterlichen Autoritäten verhafteten Zeitgenossen distanzierten, setzten sie ihre Heilmittel ebenfalls im Sinne der Humoralpathologie ein. Beide Fraktionen trachteten danach, im Körper ein hypothetisches Säftegleichgewicht, die Eukrasie, wiederherzustellen und verordneten dazu vor allem abführende und Brechen erregende Arzneien.

Ärzte als Hersteller und Unternehmer

Es gab sogar Ärzte, die diese Medikamente selbst herstellten und als Unternehmer vertrieben. So gelangte Ende des 17. Jahrhunderts in Nürnberg der Arzt und Verfasser deutschsprachiger Arzneibücher Johann Hiskia Cardilucius (1630 bis 1697) zu großem Wohlstand. Er präparierte Quecksilber- und Antimon-haltige Arzneien, bewarb sie in seinen an den "gemeinen Mann" gerichteten Schriften und verschickte sie auf dem Postweg. Seine als "Arcana" bezeichneten Heilmittel sollten "innere Stauungen" lösen, Fieber senken und bei einer Vielzahl von Erkrankungen als Universalarznei dienen (10):

"[...] wir selbst [bereiten] kräfftige spagyrische arcana [...]/ die auch von vielen Medicis von uns entboten werden/ nemlich unser Febrifugum magnum, dessen eine oder zwo doses alle Fieber curiren; unser Centaurium minerale, so die gifftige ansteckende Seuchen/ als Fleck=Fieber/ Ungerische Krankheit/ Ja sonst alle Kranckheiten/ wenn sie erst anheben/ in wenig Stunden aus dem Grunde vertreibt."

Obwohl er mit der Arzneimittelherstellung das Monopol der Apotheker verletzte, fand Cardilucius in den Nürnberger Apothekern keine Gegner. Stattdessen pflegte er Geschäftsbeziehungen mit ihnen und belieferte die Kannen-, Stern- und Spital-Apotheke mit seinen Mitteln "Centaurium minerale" und "Febrifugum magnum". Ebenso verkaufte er dem Stadtarzt Septimus Andreas Fabricius (1641 bis 1705) seine Arzneien zur Behandlung von dessen Patienten (11). Als Verfechter deutschsprachiger medizinischer Selbsthilfeliteratur veröffentlichte er auch Anweisungen für die Zubereitung Antimon-haltiger Arzneien, darunter ein „Antimonium diaphoreticum" aus Spießglanz und Salpeter (12).

Seit dem 18. Jahrhundert wurden Antimonverbindungen keine Allheilkräfte mehr zugesprochen. Man verwendete noch Kaliumantimonat[V] (Antimonium diaphoreticum, Schweiß treibender Spießglanz) und vor allem Antimon[III]-kaliumtartrat in Form von Brechreiz auslösenden Pillen, Sirupen oder Weinen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde am London Hospital auch die perkutane Anwendung von Brechweinstein getestet. Dabei zeigte sich, dass die Wirkung des über die Haut aufgenommenen Antimons dem des oral verabreichten ähnelte (13).

Antimon in den Forschungslabors

Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging der therapeutische Einsatz von Antimonverbindungen bis auf wenige Indikationen stark zurück (14). Antimon[III]- und Antimon[V]-sulfid, Antimon[III]-oxid, Kaliumantimonat[V], Antimonarsenat und Antimon[III]-jodid sowie Brechweinstein wurden als Expektorantien, Antiasthmatika und Emetika verwendet. So beschrieb noch die 1940 eingeführte Reichsformel-Sammlung Goldschwefel (Antimon[V]-sulfid) als Bestandteil der "Pilulae contra tussim". Ferner diente Antimon[III]-chlorid als Kaustikum und Brechweinstein als Bestandteil Haut reizender Salben. Brechweinstein und Antimonsulfide wurden auch in der Tierheilkunde zur Behandlung von Wurmerkrankungen, Katarrhen und zur Minderung des Geschlechtstriebs eingesetzt (15).

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Brechweinstein auch für andere Indikationen getestet. Nachdem um die Jahrhundertwende Paul Ehrlich (1854 bis 1915) den Grundstein für die moderne Chemotherapie gelegt und 1910 mit der Einführung des Arsphenamins (Salvarsan®) erste Erfolge erzielt hatte, begann die Suche nach weiteren spezifischen Wirkstoffen zur Therapie von Infektionskrankheiten.

So entwickelten der Leiter des 1911 gegründeten chemotherapeutischen Laboratoriums der Farbenfabriken Bayer in Wuppertal-Elbersfeld, der Mediziner Wilhelm Roehl (1881 bis 1929) und die Chemiker Richard Kothe (1863 bis 1925), Bernhard Heymann (1861 bis 1933) und Oscar Dressel (1865 bis 1941) gemeinsam das gegen den Erreger der Schlafkrankheit wirksame Suramin-Natrium (Germanin®). Eine ähnlich zusammengesetzte Arbeitsgruppe widmete sich den Antimonverbindungen: 1912 gründeten der Direktor des Reichsgesundheitsamtes Paul Uhlenhuth (1870 bis 1958) und der in den Laboratorien der Dresdner pharmazeutischen Firma von Heyden tätige Chemiker Hans Schmidt (1886 bis 1959) eine Arbeitsgemeinschaft, zu der später der Bakteriologe und Hygieniker Philaletes Kuhn (1870 bis 1937) hinzukam. Uhlenhuth vermutete schon 1907, dass die Trypanosomen abtötende Wirkung von Atoxyl®, einem Natriumsalz der Arsanilsäure, auch durch Stibinsäure erzielt werden könne.

Wirksam gegen Kala-Azar und Bilharziose

1907/08 beobachteten der englische Pathologe Henry George Plimmer (gest. 1918) und der englische Protozoenforscher John Gordon Thomson (1878 bis 1937), dass sie mit Trypanosomen infizierte Ratten durch die Injektion von Kalium- oder Natriumbrechweinstein von ihren Krankheitserregern befreien konnten. Daraufhin versuchte man, allerdings ohne Erfolg, Brechweinstein auch zur Behandlung der Schlafkrankheit einzusetzen. Gleichzeitig erkannte man, dass die intravenöse Verabreichung zu toxisch sei. Schmidt gelang es, mit Hilfe der Diazo-Synthese Antimon in Form der Phenylstibinsäure in organische Bindung zu bringen. Als sich die ersten beiden von Schmidt synthetisierten Antimon-Präparate Stibenyl® (Acetyl-p-aminophenylstibin[V]-saures Natrium) und Stibosan® (m-Chlor-p-acetylaminophenylstibin[V]-saures Natrium, 1927 eingeführt) als wirksame Mittel gegen die in Indien grassierenden Leishmaniasen (16) erwiesen, stand es für die Bayer-Forscher fest, zukünftig mit Schmidt zusammenzuarbeiten.

Nach dessen Wechsel im Jahr 1926 übernahm Bayer die von Schmidt dargestellten Antimonpräparate in sein Sortiment. In der Folgezeit entwickelte Schmidt weitere Antimonpräparate, die tierexperimentell zunächst von Roehl und dem Pharmakologen Fritz Eichholtz, später vor allem von Roehls Nachfolger Walter Kikuth (1896 bis 1968) geprüft wurden. 1927 gelangte Schmidt durch Modifikation der komplex- und kolloidchemischen Struktur zum zwei Jahre später eingeführten Neostibosan® (p-Aminophenylstibin[V]-saures Natrium). Er ließ die Substanz 1927/28 erfolgreich von Lionel Everard Napier (1888 bis 1957) in Kalkutta an 175 an Kala-Azar erkrankten Patienten prüfen. Dabei zeigte sich, dass die von anderen Antimonpräparaten bekannte emetische Wirkung fehlte. 1937 folgte Solustibosan® (Antimon[V]-gluconsaures Diethylaminoethanol-Natrium). Es hatte den Vorteil, dass es in Lösung stabil war und nicht wie Neostibosan® als Trockensubstanz aufbewahrt werden musste.

1949 wurde das Bayer-Sortiment durch Solustibosan® oleosum, einem Präparat für die Depotbehandlung des chronischen Kala-Azar, ergänzt. Solustibosan ® wurde bis in die fünfziger Jahre auch bei Multipler Sklerose empfohlen (17).

Parallel zur Entwicklung der fünfwertigen Antimonverbindungen forschte Schmidt auch an dreiwertigen, die eine gute Wirksamkeit gegen die Erreger der Schistosomiasis (18) zeigten. Diese auch als Bilharziose bekannte Infektionskrankheit konnte bislang nur mit Emetin und Brechweinstein behandelt werden. Durch Austausch von Kalium durch Natrium im seit 1925 tiermedizinisch verwendeten Antimosan® gelangte Schmidt zum Neo-Antimosan, einer Verbindung, der die Kalium-spezifischen Nebenwirkungen fehlten. Sie wurde 1929 unter der Leitung des Direktors der Kairoer Bilharzia-Sektion, Mohammed Khalil, erfolgreich an 150 ägyptischen Bilharziose-Kranken gestestet und zu Ehren des ägyptischen Königs Fuad I. kurz darauf unter dem Warenzeichen Fuadin® registriert (19). In Deutschland war es zuletzt in der siebten Ausgabe des Deutschen Arzneibuchs unter der Bezeichnung Stibophen enthalten. Es blieb bis zur Einführung des weniger toxischen Praziquantels neben dem in einprozentiger Lösung verabreichten Brechweinstein (20) das einzige wirksame Mittel zur Behandlung der Bilharziose und wurde auch gegen Leishmaniasen eingesetzt.

Als Tropenmittel noch im Einsatz

Gegen die durch Leishmania-Infektionen verursachten Krankheitsbilder Kala-Azar, Orientbeule und amerikanische Haut- und Schleimhaut-Leishmaniase sind indes fünfwertige Antimonverbindungen wirksamer als dreiwertige. Daher verlor Stibophen seine Bedeutung, als Natriumstibo[V]-gluconat (Pentostam®, Wellcome) (21) und N-Methylglucaminantimonat[V] (Megluminantimonat, Glucantime®, Firma Specia) (22) auf den Markt kamen. Beide klinisch gleich wirksamen Präparate gelten heute als Mittel der Wahl zur Behandlung von Leishmaniasen. Bei Antimonversagen kommen Amphotericin B, Paromomycin und Pentamidin zum Einsatz (23).

Andere als Tropenmittel gebräuchliche Verbindungen sind Antimon[III]-lithiumthiomalat (Anthiomaline®, Specia) und Natriumstibo[III]-captat (24), ein Derivat der Dimercaptobernsteinsäure. Kurzzeitig wurde eine Antimonverbindung auch auf ihre Tauglichkeit bei HIV-Infektionen untersucht. So testete 1985 die Firma Rhone-Poulenc in Frankreich Antimoniotungstate (HPA-23), einen Reverse Transkriptase-Hemmer, an rund 100 Patienten. Es kam aber nie zu kontrollierten Studien (25).

Schließlich wird das Halbmetall als kolloidale Antimonsulfid-[99mTc]-Technetium-Lösung zur Röntgendarstellung von Leber, Milz und Knochenmark sowie zur Lymph-Szintigraphie verwendet (26).

Der chemotherapeutische Einsatz spiegelt somit den bislang letzten Wandel wider, den die Therapie mit Antimon erlebte. Eine ähnliche Renaissance als Antiinfektiva erfuhren auch Arsenverbindungen in der Behandlung der Syphilis und Wismutverbindungen bei Helicobacter-induziertem Ulcus.

Ein Blick auf die Pharmakologie

Antimon aus organischen Verbindungen wird im Gastrointestinaltrakt nur in Spuren freigesetzt und langsam resorbiert. Wegen der Schleimhaut reizenden Wirkung werden die Verbindungen nur parenteral verabreicht. Im Unterschied zum fünfwertigen Antimon wird dreiwertiges Antimon rasch in die Erythrozyten aufgenommen und zeigt Tendenz zur Kumulation in Knochen, Zähnen und Haaren. Dreiwertiges Antimon besitzt zudem eine höhere Gewebebindung, erreicht geringere Blutspiegel und wird langsamer ausgeschieden. Die Elimination erfolgt zu 80 Prozent renal und zu 20 Prozent hepatisch. Fünfwertiges Antimon bleibt im Blutplasma und wird rasch über die Niere ausgeschieden.

Die biologische Aktivität von Antimonverbindungen wird auf Reaktionen mit Mercaptogruppen von Proteinen und Enzymen zurückgeführt. Dreiwertiges Antimon hemmt die Phosphofruktokinase; darauf soll die Anti-Protozoen-Wirkung beruhen.

Nach peroraler Aufnahme von Antimonsalzen und -verbindungen kommt es zu lang anhaltendem Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen. Die wiederholte Aufnahme geringer Mengen verursacht eine subakute Vergiftung, die einer chronischen Arsenvergiftung ähnelt. Die letale Dosis von Brechweinstein wird für Erwachsene mit 100 mg bis 1200 mg angegeben.

Auf Grund der längeren Verweildauer im Körper sind dreiwertige Antimonverbindungen toxischer als fünfwertige. Nach der intravenösen Gabe werden Husten, Brustschmerzen, Schmerzen in den Armen, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Ohnmachtsanfall und Kollaps beobachtet. Die wiederholte Injektion kann zu anaphylaktischen Reaktionen führen. Als Nebenwirkungen des parenteral verabreichten fünfwertigen Natriumstibogluconats sind Übelkeit, Erbrechen, Myalgien, Kopfschmerzen, Lethargie und EKG-Veränderungen, bei länger andauernder Gabe Pneumonien, Blutbildschäden und Leberfunktionsstörungen zu verzeichnen. Sofern sie auftreten, betreffen ernstere Schäden vor allem Leber und Herz. Die glomeruläre und tubuläre renale Funktion wird durch fünfwertige Antimonverbindungen nicht beeinträchtigt (27).

Antimon[III]-oxid wirkt im Tierversuch kanzerogen; die Frage nach der Kanzerogenität beim Menschen muss wegen der spärlichen Datenlage offen bleiben. Ähnliches gilt für eine fragliche mutagene Potenz (28).

Toxisch für Haut und innere Organe

Die Gefahr einer Vergiftung durch metallisches Antimon, das nur in der Halbleitertechnik Verwendung findet, wird als gering angesehen. Antimon wird hauptsächlich als Legierungsbestandteil zur Erhöhung der Härte weicher Metalle wie Blei, Kupfer, Zinn und Zink, beispielsweise in Hartblei, Letternmetall und Akkumulatoren verwendet. Mögliche toxische Wirkungen können nicht von den Giftwirkungen der Begleitmetalle oder Verunreinigungen, zum Beispiel Arsen, getrennt werden.

Akute Vergiftungen sind selten. Diese können durch Antimon-haltige Arzneimittel, kontaminierte Nahrungsmittel und berufliche Exposition, zum Beispiel in der Glasindustrie, hervorgerufen werden. Das als Arzneistoff obsolete Antimon[III]-sulfid dient als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Antimon und wird in der Galvano- und Pyrotechnik eingesetzt. Antimon[V]-sulfid wird als Vulkanisierhilfsmittel bei der Gummiherstellung und zusammen mit Kaliumchlorat als Zündmischung in Streichholzköpfen verwendet. Verschiedene Antimonsalze, zum Beispiel das bei 25 ºC schmelzende Antimon[III]-chlorid, das zum Braunfärben von Eisen und zum Violettfärben von Messing verwendet wird, führen zu starken Verätzungen. Die fortgesetzte äußerliche Exposition von Antimon[III]-oxid ruft Dermatitiden hervor.

Das bei der Einwirkung von naszierendem Wasserstoff auf löslische Antimonverbindungen freiwerdende gasförmige Stibin (Antimon[III]-wasserstoff) ist hochtoxisch und verursacht Hämolyse. Die Gefahr durch Einatmen von Stäuben ist größer als die durch Verschlucken. Eine Inhalation führt zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen, Entzündungen der Atemwege, der Augen und der Haut, Lungenemphysem, Erbrechen, EKG-Veränderungen und kann in eine toxische Kardiomyopathie münden. Für Antimon wurde ein MAK-Wert von 0,5 mg/m³ festgelegt.

In der Literatur wird die Beteiligung flüchtiger Antimonverbindungen am plötzlichen Kindstod kontrovers diskutiert. Diese könnten aus der Imprägnierung PVC-haltiger Kindermatratzen stammen, aus denen möglicherweise Pilze Antimon freisetzen (29).

Antimon in der Homöopathie und Anthroposophie

Das Homöopathische Arzneibuch enthält sieben Antimon-Monographien (30): Antimonit, Kalium stibyltartaricum, Stibium arsenicosum, Stibium metallicum, Stibium sulfuratum aurantiacum, Stibium sulfuratum nigrum und Hydrargyrum stibio-sulfuratum. Für vier Zubereitungen gab die Aufbereitungskommission D des früheren Bundesgesundheitsamtes Aufbereitungsmonographien heraus. Die Hauptanwendungsgebiete umfassen Erkrankungen der Atemwege und der Haut, Störungen des Gastrointestinaltrakts und Rheumatismus (31).

Die Herstellung und Anwendung anthroposophischer Arzneimittel basieren auf den Theorien des Goethe-Forschers Rudolf Steiner (1861 bis 1925) und der Ärztin Ita Wegmann (1876 bis 1943) (32). Nach Steiners Evolutionstheorie gingen die drei Naturreiche der Mineralien, Pflanzen und Tiere sowie der Mensch aus einer gemeinsamen kosmischen Urvergangenheit hervor. Mit den drei Reichen der Natur ist der Mensch über drei "Wesensglieder" - den "physischen Leib", den "Ätherleib" und den "Astralleib" - eng verwandt. Durch sein viertes Wesensglied, das "Ich" oder den "Geistleib", hebt er sich von den Naturreichen ab. Nach anthroposophischem Weltbild besitzt jedes menschliche Organ eine Entsprechung im Naturreich. Daher können mineralische, pflanzliche und tierische Stoffe als Arzneistoffe angewendet werden.

Zu den Mineralien gehören nach Steiner auch die Metalle, die mit den Himmelskörpern Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn korrespondieren. Ebenso könne man den Metallen bestimmte Organe zuordnen. Durch geeignete pharmazeutische Verfahren könnten aus den Metallen geistige Kräfte freigesetzt werden, die auf den "Organkosmos", das Ebenbild des Planetenkosmos einwirken (33).

Im Lauf der von Steiner postulierten Evolution entstand das Antimon durch das Zusammenwirken von Merkur, Mond und Venus. In der Tradition historischer terminologischer Unexaktheit verwendete Steiner stets den Begriff "Antimon", meinte damit jedoch das Mineral Grauspießglanz. Dieses zeige durch seine büschelförmige Kristallstruktur, dass hier "kosmische Formkräfte" zentral zusammenfließen. Diese "antimonisierenden", Form gebenden Kräfte stünden im Gegensatz zu "albuminisierenden", Substanz bildenden Kräften. In der Polarität zwischen beiden entstehe der menschliche Körper. Antimon soll in diese dem "Ätherleib" obliegenden Gestaltungsprozesse "strukturierend" eingreifen.

Störungen der Gestalt bildenden Kräfte beeinflussen nach anthroposophischem Menschenbild die Blutgerinnung, die Haut und die Organbildung. Daraus ergeben sich die Indikationen des Antimons: Blutgerinnungsstörungen, Hauterkrankungen, Störungen des Verdauungstrakts, Bronchitis, Pneumonie, Asthma, psychische Erkrankungen und Multiple Sklerose (34).

Anthroposophische Arzneimittel werden nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellt, wobei sich verschiedene pharmazeutische Unternehmen besonderer Verfahren bedienen. So werden die Antimonmittel der Firma Weleda aus Antimonit und Stibium metallicum praeparatum bereitet. Letzteres wird durch das "Metallspiegelverfahren" gewonnen, bei dem Antimon durch Erhitzen verdampft und an einer glatten kalten Schicht wieder kondensiert wird (35). Durch diesen Prozess soll das Metall gewissermaßen verjüngt, seinem kosmischen Zustand wieder angenähert und damit in der Heilwirkung gesteigert werden.

Anmerkungen und Literatur:

  1. Zur Chemie- und Technologiegeschichte des Antimons vgl. Ganzenmüller, W., Antimon. Geschichtliches. In: Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie. System-Nummer 18: Antimon. Teil A. Weinheim 1950; Daems, W. F., Stimmi Stibium Antimon. Eine substanzhistorische Betrachtung. Arlesheim u. Schwäbisch Gmünd 1976; Lippmann, E. O. von, Entstehung und Ausbreitung der Alchemie. Berlin, Bd. 1, 1919, S. 629-646; ders., Bd. 2, 1931, S. 40-42.
  2. Zur medizinischen Verwendung von Antimonverbindungen in der Antike und im Mittelalter vgl. Schmitz, R., Geschichte der Pharmazie. Bd. 1, Eschborn 1998, S. 39; Ganzenmüller (wie 1); Daems (wie 1); Trense, U., Das Antimon und seine Verbindungen. Ihre medizinische Bedeutung im 16. und 17. Jahrhundert (Kölner medizinhistorische Beiträge, Bd. 34). Köln 1985. Bibliographie bei Fischer, H., Metaphysische, experimentelle und utilaristische Traditionen in der Antimonliteratur zur Zeit der ´wissenschaftlichen Revolution´ (1520-1820). Eine kommentierte Auswahl-Bibliographie. (Braunschweiger Veröffentlichungen zu Geschichte der Pharmazie und der Naturwissenschaften, Bd. 30) Braunschweig 1988.
  3. Zit. nach Daems (wie 1), S. 25.
  4. Paracelsus empfahl "Antimonium" bei Hauterkrankungen und "Oleum antimonii" (Antimon[III]-chlorid) als Ätzmittel bei Hautwucherungen. Vgl. Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus, Sämtliche Werke. 1. Abteilung: Medizinische, naturwissenschaftliche und philosophische Schriften. Hrsg. v. Karl Sudhoff, Bd. 3, 1930, S. 161; ders., Bd. 10, 1928, S. 129. Zur innerlichen Anwendung vgl. Müller-Jahncke, W.-D., Friedrich, C., Geschichte der Arzneimitteltherapie. Stuttgart 1996, S. 65.
  5. Vorschriften zur Herstellung von metallischem Antimon, das man als "Regulus Antimonii" oder "Spießglanzkönig" bezeichnete, finden sich bei Paracelsus, Franciscus Pedemontanus (gest. 1320), Giambattista Della Porta (1535-1615) und in den Basilius Valentinus-Schriften.
  6. Ganzenmüller (wie 1), S. 6, 20-22; Wietschoreck, H., Die pharmazeutisch-chemischen Produkte deutscher Apotheken im Zeitalter der Nachchemiatrie. Diss. rer. nat. Braunschweig 1962, S. 230-243.
  7. Ganzenmüller (wie 1), S. 44f. Zu den einzelnen Antimon-Arzneien vgl. Schneider, W., Paracelsus und das Antimon. In: Veröffentlichungen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. N. F., Bd. 16. Stuttgart 1960, S. 157-166.
  8. Zur Definition des Begriffs "Chemiatrie" vgl. Schneider, W., Mein Umgang mit Paracelsus und Paracelsisten. Beiträge zur Paracelsus-Forschung besonders auf arzneimittelgeschichtlichem Gebiet. Frankfurt a. M. 1982, S. 54.
  9. Zu den Antimonarzneien der frühen Neuzeit vgl. Müller-Jahncke, Friedrich (wie 4), S. 66; Trense (wie 2), S. 29-38; Daems (wie 1), S. 27f; Schröder, G., Die pharmazeutisch-chemischen Produkte deutscher Apotheken im Zeitalter der Chemiatrie. (Veröffentlichung aus dem Pharmaziegeschichtlichen Seminar der Technischen Hochschule Braunschweig) Bremen 1957, S. 86-119.
  10. Cardilucius, J. H., Königlicher Chymischer und Artzneyischer Palast. Nürnberg, Christoph Riegel 1684, S. 26.
  11. Marxer, N., Johann Hiskia Cardilucius (1630-1697). Heidelberg 2000.
  12. Cardilucius, J. H., Pharmacopoliolum campestre et itinerarium, oder Feld- und Reise-Apothecklein. Nürnberg, Wolfgang Moritz und Johann Andreas Endters Erben 1679, S. 66f.
  13. Oehme, J., Die Fabrikation der wichtigsten Antimon-Präparate mit besonderer Berücksichtigung des Brechweinsteins und Goldschwefels. (A. Hartlebens chemisch-technische Bibliothek) Wien 1884; Wietschorek (wie 6), S. 320-328; Haller, J. S., The use and abuse of tartar emetic in the 19th-century materia medica. Bulletin Hist. Med. 49 (1975) 235-257.
  14. Zu den seit dem 18. Jahrhundert offizinellen Antimonpräparaten vgl. Schneider, W., Lexikon der Arzneimittelgeschichte, Bd. 6. Frankfurt a. M. 1975, S. 43-48. Erhöhtes Interesse galt dem Antimon im 19. Jahrhundert in der Kriegstechnik (Kugeln aus Blei-Antimon-Legierung). Vgl. Schmidt, G., et al., Antimon. (Heilmittel für typische Krankheiten gegeben durch Dr. Rudolf Steiner, Folge 3) Dornach 1961, S. 14.
  15. Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Bd. 2. Berlin 1938, S. 768-778; Oehme (wie 13), S. 116.
  16. Leishmania-Arten zählen zu den menschenpathogenen Protozoen. Der Erreger Leishmania donovani verursacht Kala-Azar, dessen Entstehung 1903 William Boog Leishman (1885 bis 1926) und Charles Donovan (1863 bis 1951) aufklärten.
  17. Runckel, C., Behandlungsversuche mit Solustibosan. Das deutsche Gesundheitswesen 3 (1948) 602; Wolff, W. H., Multiple Sklerose und Solustibosan-Therapie. Zeitschrift für die gesamte innere Medizin und ihre Grenzgebiete 4 (1949) 215; Gagel, O., [Diskussionsbemerkung] in: Kongreßbericht der Wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Herdforschung vom 20.-22.4.1954 in Bad Nauheim. München 1955, S. 99; Präparate-Information Solustibosan®.
  18. Den Erreger der Schistosomiasis, den später nach ihm benannten Saugwurm Bilharzia haematobia, entdeckte der deutsche Arzt Theodor Bilharz (1825 bis 1862). Er beschrieb ihn 1851 zunächst als Distomum haematobium. Der englische Arzt Thomas Spencer Cobbold (1828 bis 1886) führte später den Ausdruck "Bilharzia magna s. haematobia" in die medizinische Terminologie ein
  19. Zu den bei Bayer entwickelten Antimonpräparaten vgl. Dünschede, H.-B., Tropenmedizinische Forschung bei Bayer. (Düsseldorfer Arbeiten zur Geschichte der Medizin, Beiheft II) Düsseldorf 1971.
  20. Die therapeutische Breite des intravenös verabreichten Brechweinsteins ist sehr gering; tägliche Maximaldosis beim Erwachsenen 120 mg, benötigte Gesamtmenge (je nach Erreger) 1800 bis 2500 mg. Vgl. Mohr, W., Therapie [der Bilharziose]. In: Mohr, W., et al. (Hrsg.), Lehrbuch der Tropenkrankheiten. Stuttgart 1975, S. 50.
  21. Leishmaniasis, die durch Leishmania mexicana, L. tropica, L. major, L. braziliensis oder L. donovani verursacht wird, wird mit 20 mg Natriumstibo[V]-gluconat pro kg Körpergewicht über 20 bis 30 Tagen therapiert. Drugdex. Micromedex Inc. Englewood, CO 1998, Stichwort "Sodium stibogluconate"; Martindale. The Extra Pharmacopoeia (Elektronische Version). Hrsg. v. James E. F. Reynolds. Micromedex Inc. Englewood, CO 1998, Stichwort "Sodium Stibogluconate"; Warren, K. S., Adel, A. F. Mahmoud, Tropical and geographical medicine. New York 1984, S. 278.
  22. Megluminantimonat wird über 20 bis 28 Tage in einer täglichen Dosis von 20 mg/kg Körpergewicht verabreicht. Drugdex (wie 21), Stichwort "Meglumine Antimoniate".
  23. Martindale (wie 21), Stichwort "Leishmaniasis"; Simon, C., Stille, W., Antibiotika-Therapie in Klinik und Praxis. 9. Aufl. Stuttgart 1997, S. 608.
  24. Natriumstibocaptat wird mit 6 bis 10 mg/ kg Körpergewicht, maximal 500 mg pro Tag, verabreicht. Es werden drei bis fünf Injektionen bis zu einer Gesamtdosis von 30 bis 50 mg/kg Körpergewicht gegeben. Mohr (wie 20), S. 50.
  25. Rozenbaum, W., et al., Antimoniotungstate (HPA 23) treatment of three patients with AIDS and one with prodrome. Lancet (1985) 450; Burgard, M., et al., Lack of HPA-23 antiviral activity in HIV-infected patients without AIDS. AIDS (1989) 665-668.
  26. Bruchhausen, F. von, Wirkungen [von Antimonsulfid-(99mTc)-Technetium-Injektionslösung]. In: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Bd. 7. Stoffe A-D. Berlin 1993, S. 272.
  27. Zur Pharmakokinetik und -dynamik von Antimonverbindungen vgl. Martindale (wie 21), Stichworte "Sodium Stibogluconate" und "Stibophen"; Stehrer-Schmid, P., Antimon. In: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Bd. 3. Gifte. Berlin 1992, S. 82-84; Craig, C. E., Stitzel, R. E., Modern pharmacology. Boston 1994, S. 625; Moeschlin, S., Antimon. In: Klinik und Therapie der Vergiftungen. Stuttgart 1986, S. 226f; Wirth, W., Gloxhuber, C., Toxikologie. 5. neubearb. Aufl., Stuttgart 1994, S. 108.
  28. Daunderer, M., Toxikologische Enzyklopädie. Klinische Toxikologie. Landsberg/ Lech 1981ff, S. III-2.3 "Antimontrioxid"; Hayes, R. B., The carcinogenicity of metals in human. Cancer causes and control 8 (1997) 371-385; Gebel, T., Arsenic and antimony: Comparative approach on mechanistic toxicology. Chemico-biological interactions 107 (1997) 131-144; Gebel, T., et al., Comparative and environmental genotoxicity of antimony and arsenic. Anticancer research 17 (1997) 2603-2607; Elliot, B. M., et al., An assessment of the genetic toxicology of antimony trioxide. Mutation Research 415 (1998) 109-117; Stehrer-Schmid (wie 27), S. 83.
  29. Weyandt-Spangenberg, M., Antimon. In: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Bd. 7, Stoffe A-D. Berlin 1993, S. 267f; Moeschlin (wie 27); Wirth/Gloxhuber (wie 27); Apostoli, P., et al., Multiple exposure to arsenic, antimony, and other elements in art glass manfacturing. Am. J. Ind. Med. 34 (1998) 65-72; Stehrer-Schmid (wie 27); Ebel, S., Jördens, A., Antimon[III]-chlorid. In: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Bd. 7, Stoffe A-D, Berlin 1993, S. 268; Daunderer (wie 28), S. III-2.3 "Antimontrioxid" und "Antimontrisulfid"; Schröder, E., Rufer C., Schmiechen, R., Pharmazeutische Chemie. Arbeitstechniken der Pharmazeutischen Industrie, Bd. 4, Stuttgart 1982, S. 840; Jenkins, R. O., et al., Biovalatilization of antimony and sudden infant death syndrome (SIDS). Human Exper. Toxicol. 17 (1998) 231-238; ders., Antimony leaching from cot mattresses and sudden infant death syndrome (SIDS). Human Exper. Toxicol. 17 (1998) 138f; Pearce, R. B., et al., Fungal volatilization of arsenic and antimony and the sudden infant death syndrome. FEMS Microbiology letters 158 (1998) 261-265.
  30. Herstellung nach den HAB-Vorschriften 6 (Verreibungen) und 8 (Flüssige bzw. wäßrige Zubereitungen aus Verreibungen).
  31. Keller, K., et al., Homöpathische Arzneimittel. Materialien zur Bewertung, Bd. 1. Eschborn 1995; Wiesenauer, M., Homöopathie für Apotheker und Ärzte. Stuttgart 1984ff, S. 4/62-24 u. 4/124.
  32. Jütte, R., Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München 1996, S. 237-261.
  33. Reichling, J., Anthroposophische Arzneimittel. In: Arzneimittel der Besonderen Therapierichtungen. Historische Grundlagen und heutige Anwendung. Hrsg. v. Müller-Jahncke, W.-D., Reichling, J., Heidelberg 1996, S. 101-116; Güttler, H., Anthroposophisch orientierte Heilkunde. PZ Prisma 5 (1998) 187-201.
  34. Steiner, R., Wegmann, I., Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen. Erster Teil. Dornach 1925, S. 77-81 u. 119-121; Daems (wie 1); Schmidt (wie 14); Zwieauer, J., Antimon (Stibium). Weleda Korrespondenzblätter für Ärzte Nr. 113 (1985) 26-28; Husemann u. Wolff, Antimon. In: Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst, Bd. 2, 4. Aufl., Stuttgart 1986, S. 414-416.
  35. Freundl. Mitt. von Apothekerin Glaab, Firma Weleda, vom 28. Juni 1996. Anthroposophische Antimon-Präparate enthalten nach homöopathischem Verfahren potenziertes "Stibium metallicum praeparatum", potenzierte Antimonsulfide und Antimon-Arsen-Mischoxide.

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