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Medical-Sparte von Beiersdorf legte deutlich zu

Datum 30.12.1996  00:00 Uhr

- Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

Medical-Sparte von Beiersdorf legte deutlich zu

  Dank der Übernahme des Futuro- und Curad-Geschäfts in den USA stieg der Umsatz in der Medical-Sparte der Hamburger Beiersdorf AG 1996 um 20 Prozent auf 1,412 Milliarden DM. Ohne die Erwerbungen liegt die Zuwachsrate bei über 7 Prozent. Auf einer Pressekonferenz Ende 1996 in Hannover gab sich der im Beiersdorf-Vorstand für die Medical-Sparte verantwortliche Hans H. Meyer-Burgdorf zufrieden mit der Geschäftsentwicklung - trotz der Bremsspuren im Verschreibungsmarkt.

Betroffen von den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen ist Beiersdorf aber nur im Wundversorgungsbereich, über 50 Prozent verdient das Unternehmen im Konsumergeschäft. Bei stagnierendem Markt legte die Medical-Sparte in Deutschland nur um 3 Prozent auf 535 Millionen DM zu. Nichtsdestotrotz trägt sie innerhalb des Beiersdorf-Konzerns nach Cosmed aufgrund des Geschäftsaufschwungs in den USA 24 Prozent und damit das zweitbeste Ergebnis zum Konzernumsatz bei.

Bei der professionellen Wundversorgung wurde weltweit mit 440 Millionen DM ein Umsatzplus von 5 Prozent erzielt. Eine Umsatzsteigerung um 14 Prozent auf 190 Millionen DM verzeichnete der Bereich Dermatologie. Und dank der erwähnten Erwerbungen stieg der Umsatz im Bereich Orthopädie/Phlebologie um 31 Prozent auf 363 Millionen DM und im Geschäftsfeld Personal Health Care um 33 Prozent auf 419 Millionen DM.

Im Ausland stärker gewachsen

Der Medical Umsatz von 1,4 Milliarden DM verteilt sich weltweit wie folgt: Deutschland 38 Prozent (Vorjahr 44 Prozent), andere europäische Länder 26 (29) Prozent, Amerika 27 (18) Prozent und verbleibende Weltregionen 9 Prozent. Nach wie vor, so Meyer-Burgdorf, sind die großen Marken von Beiersdorf eine Stütze des gesamten Geschäfts. Trotz eines Marktanteils von über 50 Prozent konnte Hansaplast/Hansamed um 4 Prozent und pH5-Eucerin (Marktanteil: 25 Prozent) um 12 Prozent zulegen.

Bessere Ergebnisse als in Deutschland erzielte die Medical Sparte im übrigen Europa (plus 10 Prozent oder 374 Millionen DM). Besonders gute Zuwachsraten wurden laut Meyer-Burgdorf in Großbritannien (plus 20 Prozent), in den skandinavischen Staaten (plus 13 Prozent) und Frankreich (plus 10 Prozent) erzielt. Ein Plus von 79 Prozent oder 381 Millionen DM verbuchte Beiersdorf dank der Marken Futuro (Fertigbandagen, Stützstrümpfe, Home Healthcare) und Cural (Pflaster) in Amerika.

Seit gut einem Jahr ist Beiersdorf in China vertreten. Dort macht das deutsche Unternehmen derzeit noch "Monat für Monat einen Lernprozeß mit", wie der Beiersdorf-Vorstand ausführte, da beispielsweise Apotheken die Ware erst bezahlen, wenn die letzte Packung einer Lieferung verkauft wird. Dennoch sieht Beiersdorf in China einen profitablen Zukunftsmarkt. Er wird von Shanghai aus bedient. Beschäftigt werden dort 200 Mitarbeiter.

Strategisches Ziel ist bei Beiersdorf die schnellere Einführung neuer Produkte. Hierzu wurden die neuen Geschäftsfelder geschaffen und Koordinationsfunktionen abgeschafft. 1996 wurden etwa auf dem Gebiet der Dermatologie zwölf neue Produkte eingeführt. Zur Versorgung von chronischen schwerheilenden Wunden gab es gleichfalls neue Produkte. In diesem Bereich will sich Beiersdorf auf die Entwicklung neuer Therapieformen konzentrieren, "die aufgrund ihrer Leistung die Krankheitskosten insgesamt reduzieren (zum Beispiel Senkung der Verweildauer im Krankenhaus) und deshalb auch höhere Einzelpreise rechtfertigen", wie Meyer-Burgdorf ausführte.

Es soll gespart werden

73 Millionen DM wurden 1996 vor allem in den Ausbau und die Modernisierung der Produktionsstandorte Hamburg-Harburg und Barcelona investiert. Nochmals 83 Millionen DM sind für 1997 eingeplant. Zugleich ist laut Meyer-Burgdorf ein "rigoroses" Kostenmanagement in allen Bereichen angesagt, damit die Medical Sparte auch in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs bleibe. Angepeilt wird in 1997 ein Wachstum von über 5 Prozent. Deshalb soll auch die Mitarbeiterzahl, die aufgrund der Übernahmen von 4400 auf knapp 4800 angewachsen ist, in den kommenden Jahren reduziert werden.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold, Hannover
   

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