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Drogenbeauftragte warnt vor Missbrauch von Methylphenidat

20.08.2001
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Drogenbeauftragte warnt vor Missbrauch von Methylphenidat

PZ  Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, ist besorgt über den stark gestiegenen Verbrauch des Betäubungsmittels Methylphenidat (Ritalin®, Medikinet®). Der Wirkstoff wir vor allem Kindern und Jugendlichen mit so genanntem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) verschrieben. 

Seit 1994 habe sich der Verbrauch verzehnfacht. Allein 2000 wurde doppelt soviel Methylphenidat verordnet wie im Vorjahr. Diese Entwicklung sei einerseits zweifellos auf die Fortschritte in der ADS-Therapie zurückzuführen, andererseits häuften sich aber die Hinweise, dass der Wirkstoff nicht immer nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft eingesetzt werde, berichtet die Drogenbeauftragte. Ein schädlicher Missbrauch des stark wirksamen Arzneimittels sei nicht auszuschließen. Gerade darauf habe sie als Drogenbeauftragte bereits in verschiedenen Stellungnahmen hingewiesen, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Auch das Internationale Suchtstoff-Kontrollamt in Wien hat in seinem letzten Jahresbericht auf diese Problematik aufmerksam gemacht.

Die Drogenbeauftragte appelliert "an Ärzte und Eltern, Arzneimittel mit Methylphenidat nur nach sorgfältiger Diagnose und nur im Rahmen eines umfassenden medizinischen Behandlungskonzeptes anzuwenden, das auch die Beratung der Eltern sowie psychotherapeutische und psychosoziale Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen für die jungen Patienten einbezieht". Caspers-Merk begrüßt, dass das Bundesministerium für Gesundheit bereits im Mai erste Untersuchungen zur Verbrauchsentwicklung veranlasst hat. Die Ergebnisse sollen demnächst von Experten bewertet werden. Danach gelte es zu entscheiden, ob über die bereits geltenden Regelungen des Betäubungsmittelrechts hinaus weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung beim Einsatz von Methylphenidat nötig seien.

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