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Ambrosia: Bayern warnt vor weiterer Ausbreitung

 

Ambrosia artemisiifolia gilt als Schreckgespenst für Allergiker. Ihre Pollen sind starke Allergene, die Heuschnupfen und Asthma auslösen können. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) warnt vor den Gefahren: «Die Pollen der nordamerikanischen Beifuß-Ambrosie gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Schon geringe Mengen können gesundheitliche Beschwerden auslösen.» Je nach Einwirkungsintensität könnten auch nicht-allergische Menschen sensibilisiert werden.

 

Für Menschen, die bereits an einer Pollen-Allergie leiden, kann sich die saisonale Leidenszeit bei einer Ausweitung auf Ambrosia-Pollen um bis zu zwei Monate verlängern, da die Pflanze später als die meisten heimischen Arten blüht. Es sind Kreuzallergien mit Melonen und Bananen möglich.

 

Aktuell sind in Bayern 424 größere Ambrosia-Bestände dokumentiert. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, heißt es in einer Pressemeldung des bayerischen Gesundheitsministeriums. 2007 startete Bayern ein Aktionsprogramm «Ambrosia-Bekämpfung» mit dem Ziel, die Ausbreitung der Pflanze so weit wie möglich zu stoppen. Huml erklärt dazu: «Jährlich investiert der Freistaat rund 85.000 Euro in die Ambrosia-Bekämpfung. Auf freiwilliger Basis ist es gelungen, die unkontrollierte Ausbreitung der Allergiepflanze zu verlangsamen. Aber die Zahlen steigen immer noch an.»

 

Große Bestände ab rund 100 Pflanzen sollten in Bayern den Landratsämtern oder Kreisverwaltungsbehörden gemeldet werden. Einzelpflanzen kann man selbst mit Handschuhen ausreißen und in einer Plastiktüte mit dem Hausmüll entsorgen. Bei bereits blühenden Pflanzen ist ein Mundschutz zu empfehlen.

 

Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Beifuß-Ambrosie aus der Familie der Korbblütler ist auch als «Aufrechtes Traubenkraut», «Beifußblättriges Traubenkraut» und im Englischen als «Ragweed» bekannt. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Europa importiert und gilt als invasiver Neophyt. Die Wuchshöhe des einjährigen Krauts variiert: meist sind es 20 bis 150 cm, zuweilen werden die Pflanzen aber auch bis zu zwei Meter hoch. Eine Pflanze produziert zwischen 3000 und 60.000 Samen und kann bis zu eine Milliarde Pollen in die Luft entlassen. Zur Hauptblüte kommt Ambrosia spät im Jahr: je nach Wetterlage zwischen August und September. (bmg)

 

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23.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Elenathewise