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Grensapotheken

In den Niederlanden entscheidet die Risikobewertung

Darüber hinaus berichtet Kijlstra von einem Peer-Review-System, bei dem Apotheker zu anderen Apotheken gehen, sich diese anschauen und diesen Apotheken anschließend Rückmeldung geben. Damit die Rückmeldung möglichst vollständig und ehrlich erfolgen kann, schauen die Inspektoren nicht in die Peer-Review-Berichte hinein; es handelt sich somit um eine rein apothekerschaftinterne Überwachung. Allerdings ist die Teilnahme am Peer-Review-System freiwillig.

Das Problem bei der Überwachung von den insgesamt 19 Versandapotheken, wie zum Beispiel Doc Morris, besteht darin, dass vorwiegend Patienten außerhalb der Niederlande versorgt werden und von diesen keine umfassende Datenerfassung erfolgen kann. Somit ist die Berechnung eines Risiko-Scores erschwert. Da seit 2012 lediglich sechs Patienten-Beschwerden bezüglich Doc Morris bei den niederländischen Inspektoren eingegangen sind, wird das Risiko-Potenzial durch die Behörde als nicht erhöht eingeschätzt. Aus den Reihen der beim Vortrag anwesenden Amtsapotheker wurde allerdings angemerkt, dass auch bei ihnen schon Beschwerden eingegangen seien, diesen aber aufgrund mangelnder Zuständigkeit nicht nachgegangen werden konnte.

Kijlstra verwies darauf, dass sich auch Personen ohne niederländische Staatsbürgerschaft mit einer Beschwerde an das IGJ wenden können. Dies sollte geschehen, wenn ein Problem nicht mit der Versandapotheke direkt geklärt werden kann oder potentielle Risiken für die Patienten bestehen. Weitere Informationen darüber, wie man eine Beschwerde einreicht, gibt es hier

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