| Cornelia Dölger |
| 17.08.2026 18:00 Uhr |
Avoxa-Geschäftsführer Metin Ergül erklärt im Interview, wie die Expopharm die Zukunftsthemen der Apotheken für die einzelnen Zielgruppen aufbereitet. / © Avoxa
PZ: Angepasstes Fixum, mehr Kompetenzen: Politisch sind mit der nun abgeschlossenen Apothekenreform die Zeichen endlich auf Aufbruch gestellt. Berührt dies auch die Expopharm?
Metin Ergül: Die europäische Leitmesse für den Apothekenmarkt versteht sich als zentrale Orientierungsplattform für Apothekerinnen und Apotheker sowie ihre Teams – in diesem Jahr ganz besonders. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen verständlich einzuordnen und konkrete Konsequenzen für den Apothekenalltag aufzuzeigen ist das Ziel. Denn die Expopharm in München fällt mitten in eine Phase tiefgreifender Veränderungen des Apothekenmarkts.
PZ: Wie bildet die Expopharm die neuen Möglichkeiten für Apotheken ab?
Ergül: Die neuen Möglichkeiten bilden wir im bewährten Dreiklang aus Ausstellung, Fachprogramm und persönlichem Austausch ab. Das Programm greift gezielt die künftigen Aufgaben und erweiterten Kompetenzen der Apotheken auf. Gleichzeitig zeigen rund 500 Aussteller und Marken – darunter zahlreiche neue Unternehmen und Partner –, wie vielfältig sich der Markt entwickelt und welche Lösungen Apotheken künftig unterstützen können. Denn wir greifen genau die Themen auf, die Apotheken jetzt beschäftigen: Impfen und Prävention, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, aber auch die Frage, wie sich Apotheken wirtschaftlich und organisatorisch zukunftssicher aufstellen können.
PZ: Setzt man dabei wieder auf die drei großen I, also »Inspiration, Innovation und Interaktion«?
Ergül: Ganz genau, denn das Konzept hat sich bewährt. Innovation erlebt man zunächst in der Ausstellung, wo rund 500 Aussteller und Marken ihre Produkte, Dienstleistungen und Lösungen für die praktische Umsetzung präsentieren. Inspiration liefern Vorträge, Diskussionen und Best-Practice-Beispiele, die zeigen, wie andere Apotheken mit den aktuellen Veränderungen umgehen. Und auch die Interaktion spielt auf einer Messe natürlich eine herausragende Rolle. Bei Workshops, Rundgängen, Community-Treffs, den Expopharm Awards und vielen weiteren Networking-Formaten stehen Austausch, Vernetzung und neue Kontakte im Mittelpunkt.
PZ: Auf welche Themen fokussiert die diesjährige Messe?
Ergül: Im Mittelpunkt stehen die großen Zukunftsthemen der Apotheken – entscheidend ist aber, dass wir sie für die unterschiedlichen Zielgruppen ganz konkret aufbereiten. Im Apo Leadership Campus erhalten Apothekeninhaberinnen und -inhaber praxisnahe Impulse, etwa zu Personalmanagement und neuen Geschäftsmodellen. Im Inspiration Lab geht es um KI und Digitalisierung sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Pharma-World beleuchtet aktuelle pharmazeutische Themen. Für PTA bietet das PTA-Home Level up Fortbildungen zu Frauengesundheit, Dermatologie und Darmgesundheit, während die PKA Base Themen wie Betriebswirtschaft, Einkauf und Verhandlungstechniken aufgreift. So erhält jede Zielgruppe genau die Inhalte und Impulse, die sie für ihren Berufsalltag und die zukünftigen Herausforderungen der Apotheke benötigt.
PZ: Was gibt es Neues in diesem Jahr?
Ergül: Erstmals gibt es in diesem Jahr – ganz passend zur politischen Aufbruchstimmung – das Zukunftsforum Apotheke. Das ist eine Erlebnisfläche, auf der alle Zukunftsthemen der Apotheke über Bühne, Programm und Ausstellung hinweg gebündelt werden. Austausch, Networking und praxisnahe Impulse stehen dabei im Mittelpunkt. Neu sind außerdem die Expopharm Awards. Sie zeichnen Menschen, Ideen und Konzepte aus, die die Zukunft der Vor-Ort-Apotheke aktiv mitgestalten. Hinzu kommt der neue Thementag »Klartext Versorgung – Was Apotheke und Industrie jetzt bewegt«, der erstmals gezielt den Dialog zwischen Apothekenteams, Industrie und weiteren Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens in den Mittelpunkt stellt. Wir freuen uns außerdem, dass in diesem Jahr zahlreiche Unternehmen ihre Premiere auf der Expopharm feiern oder nach längerer Zeit zurückkehren. Gerade im Rx-Bereich konnten wir weitere Unternehmen für eine Beteiligung gewinnen. Gleichzeitig ist der OTC-Bereich mit vielen namhaften Ausstellern stark vertreten und bietet einen umfassenden Marktüberblick. Und mit dem GoodieBook können Besucherinnen und Besucher nicht nur Give-aways und Warenproben bei den Ausstellern entdecken, sondern auch an einem täglichen Gewinnspiel mit attraktiven Preisen teilnehmen.
PZ: Seit dem vergangenen Jahr läuft die Messe zeitlich straffer ab. Hat sich das neue Drei-Tage-Konzept bewährt? Wie kam die neue Laufzeit bei Herstellern und Kunden an?
Ergül: Es gab ein durchweg positives Feedback. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Mehr als 90 Prozent der Besucherinnen und Besucher haben sich mit dem Konzept wohlgefühlt, wie wir in einer Umfrage herausgefunden haben. Ungefähr genauso viele wollen in diesem Jahr wiederkommen und empfehlen die Messe weiter. Der straffere Zeitplan von Dienstag bis Donnerstag hat zu mehr Kontakten und intensiveren Fachgesprächen geführt, gleichzeitig die Planbarkeit für Apothekenteams verbessert. Und von einer höheren Besucherfrequenz profitieren die Aussteller natürlich.
PZ: Die Expopharm ist in diesem Jahr also gesetzt, weil …
Ergül: … man hier innerhalb von drei Tagen einen Überblick bekommt, den man sonst nirgendwo findet. Gerade jetzt, wo neue gesetzliche Rahmenbedingungen den Apothekenmarkt verändern und sich daraus neue Chancen für Apotheken, ihre Teams und die Zusammenarbeit mit der Industrie ergeben, ist der persönliche Austausch wichtiger denn je. Wer wissen möchte, wohin sich der Apothekenmarkt entwickelt, welche Innovationen wirklich relevant sind und wie Kolleginnen und Kollegen mit den aktuellen Herausforderungen umgehen, sollte nach München kommen.