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Pharmazeutische Dienstleistungen 

Implementierung soll wissenschaftlich begleitet werden

Im »International Journal of Clinical Pharmacy« berichtet der Geschäftsbereich Arzneimittel der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände über die Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen in Deutschland und weist auf die Relevanz hin, diese wissenschaftlich zu begleiten. Ein entsprechendes Projekt ist seitens der ABDA bereits in Planung.
Carolin Lang
28.11.2022  10:00 Uhr

»In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben in der öffentlichen Apotheke große Veränderungen stattgefunden«, schreibt das Team um Professor Dr. Martin Schulz, ABDA-Geschäftsführer für den Bereich Arzneimittel. Die Rolle der Apotheker würde dabei zunehmend dienstleistungs- und patientenorientierter, heißt es weiter. Jüngstes Beispiel sind die fünf vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen, die Apotheken bestimmten Patienten seit Juni dieses Jahres anbieten können: Neben der erweiterten Medikationsberatung bei Polymedikation gehören dazu auch die pharmazeutische Betreuung von Patienten nach Organtransplantation oder unter oraler Antitumortherapie sowie die Blutdruckmessung und die Inhalatoren-Schulung.

Derzeit bietet etwa jede zweite Apotheke in Deutschland bereits eine oder mehrere pharmazeutische Dienstleistungen an, wie aus einer Blitzumfrage der ABDA von Anfang November hervorgeht. »Die breite Umsetzung und nachhaltige Bereitstellung dieser Dienstleistungen sind aktuell die größten Herausforderungen«, schreiben der Autor und die Autorinnen. Eine kontinuierliche Analyse der Leistungsdaten werde belastbare Daten über das Ausmaß der Nutzung liefern. Die Aufgabe der Wissenschaft sei es, förderliche und hinderliche Faktoren zu untersuchen und mit diesen Ergebnissen die Umsetzung zu unterstützen und die Nachhaltigkeit der Implementierung zu fördern. Die Ergebnisse könnten zudem für die Entwicklung und Umsetzung pharmazeutischer Dienstleistungen in anderen Gesundheitssystemen von Nutzen sein, heißt es weiter.

Seitens der ABDA ist eine wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung der pharmazeutischen Dienstleistungen bereits in Planung, wie Dr. Nina Griese-Mammen, Co-Autorin der Publikation und Abteilungsleiterin Wissenschaftliche Evaluation bei der ABDA, gegenüber der PZ äußerte. »Wir planen, die Implementierung der pharmazeutischen Dienstleistungen in ausgewählten Apotheken vor Ort wissenschaftlich zu begleiten«, sagte sie. Die Vorbereitungen für ein entsprechendes Projekt liefen bereits, führte sie weiter aus. Es solle Anfang des nächsten Jahres starten.

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