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Phase-III-Studie
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Impfstoffkandidat gegen Borreliose zeigt gute Wirksamkeit

Die Unternehmen Pfizer und Valneva gaben bekannt, dass ihr experimenteller Impfstoff gegen Lyme-Borreliose in einer Phase-III-Studie eine Wirksamkeit von über 70 Prozent gezeigt hat. Damit steigen die Aussichten, dass seit langer Zeit ein erster Lyme-Borreliose-Impfstoff für Menschen zugelassen werden könnte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 24.03.2026  15:00 Uhr
Impfstoffkandidat gegen Borreliose zeigt gute Wirksamkeit

Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose für den Menschen. Der einzige jemals zugelassene Impfstoff, LYMErix, wurde 1998 zugelassen, aber 2002 aufgrund rückläufiger Verkaufszahlen, öffentlicher Skepsis bezüglich Nebenwirkungen und Rechtsstreitigkeiten freiwillig vom Markt genommen – obwohl Studien keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und gemeldeten unerwünschten Ereignissen nachweisen konnten.

Nun könnte bald ein neuer Impfstoff gegen Lyme-Borreliose der Pharmafirmen Pfizer und Valneva eine jahrzehntelange Lücke schließen. In einer Pressemitteilung informierten die beiden Unternehmen über die vorläufigen Ergebnisse der Phase-III-Studie VALOR, in der die Wirksamkeit, Sicherheit, Verträglichkeit, Immunogenität und Chargenkonsistenz des hexavalenten, OspA-basierten Impfstoffkandidaten VLA15 gegen Lyme-Borreliose untersucht wurden. OspA (Outer Surface Protein A) ist ein zentrales Oberflächenprotein des Bakteriums Borrelia burgdorferi, dem Erreger der Lyme-Borreliose.

An der Studie nahmen 9437 Menschen ab fünf Jahren aus endemischen Regionen in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa teil. Ab dem ersten Tag nach der vierten Dosis war die Borreliose-Rate in der Verumgruppe 74,8 Prozent geringer als in der Placebogruppe. Ab 28 Tagen nach der vierten Dosis zeigte der Impfstoffkandidat eine Wirksamkeit von 73,2 Prozent – ebenso hinsichtlich der Senkung der Rate bestätigter Borreliosefälle im Vergleich zur Placebogruppe.

Der Impfstoffkandidat induziert die Bildung von Antikörpern gegen sechs Serotypen des Oberflächenproteins OspA des Erregers Borrelia burgdorferi. Wird eine geimpfte Person von einer Zecke gebissen, nimmt die Zecke die Antikörper während des Saugvorgangs auf. In der Zecke können die Antikörper die Borrelien bereits blockieren, sodass eine Übertragung auf den menschlichen Wirt verhindert wird.

Beide Unternehmen erhielten von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA den Fast-Track-Status für den Impfstoffkandidaten. Eine Zulassung soll noch in diesem Jahr in den USA und in Europa beantragt werden.

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