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Akzeptanz-Monitoring
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Impfmythen halten sich hartnäckig

Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger vertrauen auf Impfstoffe – doch viele glauben weiterhin an Mythen und fürchten zu viele Impfungen für Kinder. Das zeigt die jährliche Online-Befragung des Robert-Koch-Instituts.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 02.03.2026  16:12 Uhr
Früher Impfzeitpunkt ist medizinisch begründet

Früher Impfzeitpunkt ist medizinisch begründet

Etwa die Hälfte der Befragten ist unsicher, ob Kinder nicht zu früh zu viele Impfungen erhalten. »Viele Impfungen erfolgen in den ersten Lebensjahren – das kann den Eindruck erwecken, es werde "zu viel, zu früh" geimpft«, schreibt das RKI dazu.

»Der frühe Zeitpunkt ist jedoch medizinisch begründet: Säuglinge und Kleinkinder haben bei einigen Infektionen das höchste Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen.« Es werde so viel wie nötig zum besten Zeitpunkt geimpft.

Besondere Skepsis bleibt bei der Corona-Impfung

Die tatsächliche Impfbereitschaft hängt auch stark von der jeweiligen Erkrankung ab: So gaben sechs von zehn Personen, für die die Impfempfehlung gilt, an, die Grippeimpfung in der vorherigen Saison bekommen zu haben. Bei Covid dagegen war es sogar nur eine von zehn. »Die Grippeimpfung und die Covid-19-Impfung werden nicht gut angenommen, obwohl sie jährlich für eine hohe Krankheitslast in der Bevölkerung sorgen«, schreibt das RKI.

Professor Dr. Constanze Rossmann von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die der Ständigen Impfkommission (STIKO) angehört, begrüßt das Impress-Projekt. Die jährliche Befragung sei besonders wertvoll, weil sie als jährliches Impfakzeptanz-Monitoring für Deutschland angelegt sei und soziale und psychologische Faktoren der Impfakzeptanz für die Allgemeinbevölkerung ab 18 Jahren kontinuierlich erfasse.

»Die Daten bestätigen, was wir über die Impfbereitschaft bei Influenza und Covid-19 schon länger beobachten«, sagt die Medienforscherin. »Die Impfbereitschaft ist grundsätzlich zu niedrig, wobei die Bereitschaft, sich gegen Influenza impfen zu lassen, noch deutlich höher ausfällt als die Akzeptanz der Covid-19-Impfung.« Die Unsicherheit im Zusammenhang mit gängigen Impfmythen gelte es durch einfach verständliche wissenschaftliche Erklärungen zu entkräften. 

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