Pharmazeutische Zeitung online
mRNA-Impfstoffkandidat

Impfen gegen Borreliose

Im Gegensatz zu Meerschweinchen entwickeln einige andere Tierarten bei wiederholter Exposition gegenüber I. scapularis nicht ohne weiteres eine robuste Resistenz. Zu diesen Tieren gehören auch Mäuse. Mäuse bilden ein natürliches Reservoir für I. scapularis. Möglicherweise hat der evolutionäre Druck zumindest teilweise dazu geführt, dass sich Zecken von Wirbeltierwirten ernähren, an denen sie ohne weiteres eine Blutmahlzeit einnehmen können, ohne dass der Wirt eine Resistenz entwickelt.

Um daher auf dem Prinzip einer erworbenen Zeckenimmunität einen Impfstoff zu entwickeln, ist es wichtig, ein geeignetes und nicht das am nächsten liegende Tiermodell zu wählen.

Inhibition der Übertragung von B. burgdorferi

In der Folge untersuchten die Wissenschaftler, ob eine 19ISP-Immunisierung die Übertragung von B. burgdorferi auf Meerschweinchen beeinflussen könnte. Obwohl normalerweise eine einzige mit B. burgdorferi infizierte Zecke ausreicht, um den Wirt zu infizieren, setzten die Wissenschaftler drei mit B. burgdorferi infizierte I. scapularis-Nymphen auf einzelne Meerschweinchen, die entweder mit 19ISP oder mit einem Kontrollserum immunisiert worden waren.

Da Menschen häufig eine Zecke entfernen, die einen Stich mit gleichzeitiger Rötung oder Juckreiz verursacht, entfernten auch die Wissenschaftler die Zecken bei den Versuchs- und Kontrollmeerschweinchen doppelblind, sobald eine Rötung auftrat.

Drei Wochen nach der Zeckenexposition wurden Biopsien neben den Stichstellen entnommen, um die Infektion zu untersuchen. Insgesamt konnte bei fast der Hälfte (46 Prozent) der Kontrollmeerschweinchen eine B. burgdorferi durch einen PCR-Test nachgewiesen werden. Im Gegensatz dazu war keines (0 Prozent) der mit 19ISP-immunisierten Meerschweinchen PCR-positiv für B. burgdorferi. Zudem deuten verschiedene immunologische Marker darauf hin, dass der offensichtliche Schutz vor einer Infektion mit B. burgdorferi auf eine spezifisch induzierte Immunantwort zurückzuführen ist.

Die Forscher zeigen sich optimistisch, dass der von ihnen gewählte Ansatz gute Chancen für einen Impfstoff gegen Zeckenstiche bieten könnte. Das wäre in der Tat ein gewaltiger Fortschritt, da bisher alle Versuche gescheitert sind, einen Impfstoff gegen B. burgdorferi zu entwickeln.

Seite<12
Seite<12

Mehr von Avoxa