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mRNA-Impfstoffkandidat

Impfen gegen Borreliose

Bei wiederholter Exposition gegenüber Zecken entwickeln manche Tiere eine »Zeckenimmunität« in Form einer dermalen Hypersensitivität. Das legt nahe, dass man auch gegen die Folgen eines Zeckenstiches, darunter auch die Infektion mit Borrelien, impfen kann. Ein mRNA-Impfstoffkandidat greift diese Option nun auf.
Theo Dingermann
24.11.2021  11:00 Uhr

Andaleeb Sajid und Kollegen von der Yale University School of Medicine in New Haven publizierten jetzt im Fachjournal »Science Transational Medicine« eine Arbeit, in der sie die Herstellung und pharmakologische Testung einer Mischung von mRNAs beschreiben, die für 19 Speichelproteine (19ISP) der Zecke Ixodes scapularis (I. scapularis) kodieren. Die Ratio hinter diesem Vorgehen beruht darauf, dass sich durch die wiederholte Exposition gegenüber I. scapularis bei machen Tierarten eine erworbene Resistenz entwickelt, die dazu führen könnte, dass sich die Blutmahlzeiten verkürzen und die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Infektionskrankheiten durch Zecken verringert. Die Speichelproteine von I. scapularis scheinen bei der Ausbildung der Resistenz eine entscheidende Rolle zu spielen.

Die Wissenschaftler immunisierten Meerschweinchen intrakutan mit dem Gemisch aus den 19 in Lipid-Nanopartikeln verpackten Nukleosid-modifizierten mRNAs (19ISP) und infizierten anschließend die Tiere mit I. scapularis. Die Tiere entwickelten kurz nach dem Anheften der Zecken ein Erythem an der Stichstelle, ein typisches Zeichen für eine gewisse Immunität.

Tatsächlich induzierte der 19ISP-Impfstoff eine Antikörperreaktion. Als Folge waren Zecken nicht mehr in der Lage, sich an den immunisierten Tieren ausreichend zu ernähren. Dies zeigte sich dadurch, dass sich die Zecken frühzeitig von den Tieren ablösten und ein deutlich geringeres Gewicht aufwiesen als Zecken, die sich an nicht immunisierten Tieren ernährten.

Konkret waren nach 96 Stunden 80 Prozent der Zecken von den geimpften Tieren abgefallen gegenüber 20 Prozent der Zecken bei den nicht geimpften Tieren. Die Zecken, die ihre Blutmahlzeit an den geimpften Tieren aufgenommen hatten, hatten nur 1,02 mg an Gewicht zugenommen, wohingegen die Tiere, die auf die ungeimpften Tiere gesetzt worden waren, 2,42 mg an Gewicht zugenommen hatten.

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