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Fernreisen
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Impf-Regeln bei Rheuma

Wollen Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine Fernreise antreten, ist eine fachliche Beratung zu Schutzimpfungen wichtig. Denn sie zählen aus infektiologischer Sicht zu einer Risikogruppe. Darauf machte kürzlich die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) aufmerksam. Worauf ist zu achten?
AutorKontaktPZ
Datum 06.08.2024  07:00 Uhr

Gelbfieber und Dengue

Der wichtigste Lebendimpfstoff unter den Reiseimpfungen ist laut der Fachgesellschaft die Gelbfieber-Impfung, die etliche tropische Länder verpflichtend vorschreiben. »Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem besteht die Gefahr, dass der Lebendimpfstoff die Gelbfieber-Erkrankung auslöst, gegen die er schützen soll. Denn das geschwächte Immunsystem kann die abgeschwächten Viren im Lebendimpfstoff nicht wirksam abwehren«, schildert Andreica.

Um solche Impfkomplikationen zu vermeiden, sei theoretisch eine Immunsuppressions-Pause von circa drei Monaten oder länger, je nach Immunsuppression, vor und vier Wochen nach der Lebendimpfung erforderlich. Dies sei in der Regel wegen der Gefahr eines Schubs der rheumatischen Erkrankung nicht möglich.

Wie die DGRh informiert, zeigen neue Daten, dass unter Umständen die Gabe einer Gelbfieber-Impfung unter einer leichten Immunsuppression möglich ist. »Laut der im Dezember 2020 aktualisierten Fachinformation für Stamaril (Gelbfieberimpfstoff) ist eine Impfung unter niedrig dosierter Cortisoneinnahme möglich«, so die Fachgesellschaft.

Auch bei der erst kürzlich zugelassenen Dengue-Impfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, der bei Immunsupprimierten nicht verabreicht werden dürfe. Weil Erfahrungswerte fehlen, gelte dieser selbst unter geringer Immunsuppression als kontraindiziert.

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