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Anstieg von 30 Prozent
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Immer mehr Abrechnungsbetrug 

Abrechnungsbetrug ist ein wachsendes Problem im deutschen Gesundheitssystem. Die DAK-Gesundheit sieht dringenden politischen Handlungsbedarf, auch weil die Täterinnen und Täter immer professioneller agieren.
AutorKontaktPZ
Datum 25.09.2026  16:05 Uhr

Betrugsfälle im Gesundheitswesen nehmen weiter zu. Das geht aus dem neuen Bericht zur Fehlverhaltensbekämpfung der DAK-Gesundheit hervor. In den Jahren 2024 und 2025 wurden demnach bei der DAK-Gesundheit rund 2300 neue Fälle registriert – ein Anstieg um 30 Prozent. Im zweijährigen Berichtszeitraum wurden insgesamt knapp 4900 Fälle (Bestands- und Neufälle) von Abrechnungsbetrug verfolgt, das sind 20 Prozent mehr als in den Vorjahren.

Mit 15,6 Millionen Euro liegt der entstandene Schaden auf einem konstant hohen Niveau. »Die große Mehrheit der Leistungserbringer rechnet korrekt ab. Dennoch nehmen die Fallzahlen zu und verursachen jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe«, sagt Jürgen Schneider, Leiter der Stabsstelle Revision und Fehlverhaltensbekämpfung bei der DAK-Gesundheit.

Organisierte Kriminalität gewinnt an Bedeutung

»Die Digitalisierung hat neue Betrugsmuster zur Folge. Wir beobachten mit besonderer Sorge eine zunehmende Kriminalisierung. Während in der Vergangenheit Einzeltäter oder kleinere Netzwerke im Fokus standen, agieren heute zunehmend professionell organisierte Strukturen, die gezielt Schwachstellen im System ausnutzen«, so Schneider. Dieser Trend verschärfe die Problemlage erheblich. Ermittlungen würden aufwendiger, Schäden größer und die Aufklärung langwieriger.

Die höchsten Schäden sind im Berichtszeitraum 2024/2025 mit 5,5 Millionen Euro im Bereich Arznei- und Verbandmittel entstanden. Ursächlich hierfür sind hauptsächlich Rezeptfälschungen. Laut Ermittlungsteam wurden insbesondere hochpreisige Krebsmedikamente sowie Antiadiposita mit gefälschten Verordnungen abgerechnet. »Hier haben wir Betrug mit angeblichen Verordnungen im großen Stil und mit ausgeklügeltem System beobachtet«, sagt Dennis Zachert, Leiter des Fachbereichs Fehlverhaltensbekämpfung bei der DAK-Gesundheit.

Allein zwischen April 2024 und November 2025 hat die DAK-Gesundheit demnach etwa 1000 Rezeptfälschungen mit einem Schadensvolumen von rund 1,1 Millionen Euro registriert. »Die konsequente Umsetzung des E-Rezepts kann dazu beitragen, dieser Form des Abrechnungsbetrugs entgegenzuwirken«, so Zachert.

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