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Notfalldosen

Im Notfall in den Kühlschrank gucken

Die Apotheken in Westfalen-Lippe wollen ab sofort flächendeckend die weiß-grünen Notfalldosen anbieten. Zum Auftakt des neuen Angebots gibt es die ersten 20 Dosen kostenlos.
Daniela Hüttemann
11.12.2018
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Sie ist etwa so groß wie ein Senfglas und sollte zumindest in jedem Einpersonenhaushalt auch direkt daneben im Kühlschrank zu finden sein: Die weiß-grüne Notfalldose, in der Notfall- und Impfausweis, Medikamentenplan und Patientenverfügung feuchtigkeitsgeschützt und gut auffindbar aufbewahrt werden sollen. Aufkleber an der Wohnungs- und Kühlschranktür weisen Rettungskräfte im Notfall darauf hin. Die Notfalldose ist bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Regionen Deutschlands verfügbar - in Westfalen-Lippe seit dieser Woche nun auch flächendeckend über die Apotheken.

»Auf den ersten Blick mag der Kühlschrank als ungewöhnlicher Ort erscheinen, aber er hat zwei Vorteile: Es gibt ihn in jedem Haushalt, und jeder findet ihn schnell«, erklärt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. »Für die Rettungskräfte soll die Notfalldose daher eine Hilfe sein.« Denn oft komme es auf Minuten oder sogar Sekunden an. Vielen Patienten gebe die Dose außerdem ein Gefühl von Sicherheit. Dies gelte umso mehr in Zeiten, in denen immer mehr Menschen alleine leben.

Die Apotheken wollen nun die Bürger über die korrekte Bestückung und Platzierung der Notfalldosen informieren und sind auch beim Ausfüllen der Notfallinformationen behilflich.

Im Spätsommer hatte die AKWL in Münster ein Pilotprojekt zur Verteilung der Notfalldose durchgeführt, was laut Kammer sowohl bei den Bürgern als auch den Apothekern auf breite Zustimmung stieß. Daher hatte sich der AKWL-Vorstand entschlossen, die Notfalldosen kammerweit in die Apotheken zu bringen.

Zum Start der Aktion erhält jede Apotheke 20 Sets inklusive Dose, Aufkleber und Informationsblatt kostenlos von der Kammer, die sie gegen eine Spende an interessierte Patienten abgeben können. Weitere Sets können für rund zwei Euro pro Stück (je nach Bestellmenge) über den Großhandel bezogen werden. Die genaue Umsetzung und Preisgestaltung bleibt den einzelnen Apotheken überlassen.

Overwiening hatte das Projekt auch bei der letzten Kammerversammlung vorletzte Woche in Münster vorgestellt. »Wir hoffen, dass sich das Projekt in ganz Deutschland durchsetzt«, so die Kammerpräsidentin vor den Delegierten. Die Apotheken seien niedrigschwellig zu erreichen und damit genau die richtigen, um die Notfalldosen zu verteilen.

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