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Vertrauensort Apotheke
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Im Gespräch mit der Stammkundschaft

Apotheken sind ein fester Bestandteil des Stadtbilds. Für viele Menschen sind die Fachkräfte dort Vertrauenspersonen, die zuhören und Tipps geben. Die PZ hat in Mönchengladbach mit einem Ehepaar gesprochen, das seit Jahren die Sonnen-Apotheke um die Ecke besucht.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 23.06.2026  10:30 Uhr

Mönchengladbach an einem Mittwochabend: In extra gemieteten Räumen stellt Apothekerin Andrea Prochaska die Vorteile von Nahrungsergänzungsmitteln und deren mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vor. Es ist das dritte Mal, dass sie einen solchen Vortrag organisiert. Der Raum ist voll – 22 Menschen musste sie sogar abweisen. Prochaska verlangt zwar fünf Euro Eintritt für ihren Vortrag, schenkt aber gleichzeitig einen Fünf-Euro-Gutschein für die Apotheke.

»Dass ich vor 50 Menschen meine Begeisterung für das Thema Körper teilen kann, passiert nicht sehr häufig«, sagt die passionierte Apothekeninhaberin. Im Publikum sitzen überwiegend Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Aber auch ein junges Paar ist dabei: Michaela und Martin Pytlik.

Die beiden sind große Fans von Prochaskas Sonnen-Apotheke und gehören seit Jahren zu ihrer Stammkundschaft. »Das ist für uns die beste Apotheke, die es hier weit und breit gibt«, sagt Martin Pytlik gegenüber der PZ und fügt hinzu: »Ich glaube, wir sind schon öfter mal zur Apotheke gegangen anstatt zum Arzt.«

Erste Adresse für Prävention

Dieses Vertrauen hat sich das Apothekenteam auch erarbeitet. Michaela Pytlik hatte Schmerzen, die Ärztinnen und Ärzte nicht zuordnen konnten. Sie war »verzweifelt« und kaufte häufig rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke. »Tatsächlich waren es die Menschen in der Apotheke, die mir die richtigen Ratschläge gegeben und mir letztendlich geholfen haben«, erinnert sich Pytlik. Sie gingen mit ihr ins Gespräch, gaben ihr Tipps und leiteten sie schließlich an die richtige Stelle weiter. »Das war letztendlich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich dann eine Diagnose erhalten habe«, sagt sie.

Pytlik glaubt, dass Apotheken künftig nicht nur Medikamente verkaufen, sondern sich auch stärker in der Prävention engagieren werden. »Was ich super fand, ist, dass sie sagt, sie möchte die Apotheke der Zukunft sein«, sagt sie mit Blick auf Andrea Prochaska.

»Wenn man in Mönchengladbach an Prävention denkt, möchte ich, dass den Leuten am ehesten die kleine, unscheinbare Apotheke im Stadtteil Waldhausen einfällt«, sagt sie. Die Apothekerin steht neben dem Eingang, kontrolliert ihre Gästeliste, spricht mit Stammkundinnen und -kunden und stellt sich neuen Gesichtern vor. Eine von ihnen ist Eva Schneider.

»Ich würde gerne wissen, was ich noch Gutes für mich tun kann«, sagt die 74-Jährige, die diese Apotheke zuvor nicht kannte. Die Anzeige für den Vortrag »Influencer-Hype oder Wissen von deiner Apothekerin?« hat sie in einem lokalen Sonntagsblatt gesehen. Das Thema hat sie angesprochen, da sie aus gesundheitlichen Gründen viele Nahrungsergänzungsmittel einnimmt.

»Gesund alt werden«

Pünktlich um 19 Uhr beginnt der Vortrag. Eineinhalb Stunden lang erklärt Prochaska, welche Mikronährstoffe am wichtigsten sind und warum. Sie warnt: »Was Influencer schlucken, muss nicht zu dir passen.« Die Apothekerin beobachtet die neuesten Social-Media-Trends und versucht, diese für ihre Kundschaft einzuordnen. »Insbesondere, wenn Sie weitere Medikamente nehmen, ist die Apotheke und nicht der Influencer der erste Ansprechpartner.«

Sowohl Schneider als auch Michaela Pytlik sind nach dem Vortrag begeistert. »Man überlegt dann doch noch einmal, was man Gutes für sich tun kann, um vor allem gesund alt zu werden«, sagt Pytlik. Schneider hat der Vortrag mehr Sicherheit gebracht. Die 74-Jährige leidet unter Muskelkrämpfen und nimmt deshalb Magnesium. »Es war eine Bestätigung, dass es nicht verkehrt ist, was ich gemacht habe.«

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