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Heuschnupfen-Saison ist gestartet

Hyposensibilisierung jetzt noch beginnen

Durch den ungewöhnlich milden Winter sind in diesem Jahr bereits sehr früh die Pollen von Frühblühern wie Hasel und Erle in der Luft. Die Krankenkasse Barmer rät Allergikern, möglichst rasch eine Hyposensibilisierung zu starten.
PZ
27.01.2020
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»Eine Kurzzeit-Immuntherapie gegen Heuschnupfen erfolgt in mehreren Sitzungen und benötigt einige Wochen Zeit«, erklärt Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der Barmer.  »Die Betroffenen sollten die Therapie nicht auf die lange Bank schieben. Denn je milder der Winter und das Frühjahr verlaufen, desto früher setzt auch der Pollenflug ein.«

Eine Hyposensibilisierung behandle die eigentliche Ursache des Heuschnupfens, nämlich die Überreaktion des Immunsystems auf die sonst harmlosen Pollen. Sie soll davor schützen, dass bei einer leichten Allergie mit tränenden Augen und verstopfter Nase ein sogenannter Etagenwechsel in die tieferen Atemwege bis hin zu Asthma stattfindet. Dazu muss zunächst bestimmt werden, auf welche Allergene genau der Betroffene reagiert. Anschließend werden genau diese Allergene in sehr geringen Dosen verabreicht, sodass sich der Körper langsam daran gewöhnen soll. So funktioniert die Hyposensibilisierung im Detail.

Als optimaler Startpunkt für diese Immuntherapie gilt zwar der Herbst. Aber: »Selbst in der Blühphase, wenn die Pollen bereits fliegen, können viele Betroffene noch eine Hyposensibilisierung beginnen«, sagt Petzold. Den besten Schutz vor einer Chronifizierung und Verschlimmerung biete die Langzeittherapie. Diese dauere in der Regel drei Jahre. Der Aufwand lohne sich besonders bei Kindern und Jugendlichen, da die langfristigen Erfolgsaussichten wie Vermeidung von weiteren Allergien und Asthma bei ihnen am höchsten seien, so Petzold.

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