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Alterspsychologie
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Humor – je schwärzer, desto besser

Im höheren Lebensalter wirkt Humor als Emotionsregulator, stärkt Beziehungen und kann Indikator für subjektives Wohlbefinden sein – selbst dann, wenn Einsamkeit, körperliche Einschränkungen oder Ängste das Lachen erschweren.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 18.08.2026  18:00 Uhr

Einfluss auf Wohlbefinden

Besonders klar zeigt sich der Zusammenhang zwischen Humor und Wohlbefinden. Personen mit hohen WEMWBS-Werten (Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale) nutzten ihn prosozial, sprich: zur Stimmungsaufhellung, zur Beziehungspflege oder zur Entlastung. In der Vergangenheit stand er mit weniger Angstzuständen und Depressionen in Verbindung.

Menschen mit niedrigen Wohlbefindenswerten hingegen beschrieben ihn als Abwehrmechanismus, um zugrunde liegende Gefühle zu verbergen. So sagte eine 62-Jährige: »Ich nutze Humor als Maske.« Dieser sogenannte defensive Humor ging mit stärkerer Sensibilität für negative Aspekte und niedrigeren Wohlbefindenswerten einher. »Sich auf Humor als Abwehrmechanismus zu verlassen, könnte Menschen daran hindern, emotionale Bedürfnisse anzugehen und positive soziale Bindungen zu pflegen«, warnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Seniorinnen und Senioren dagegen, die Humor positiver einsetzten – beispielsweise zur Verbesserung ihrer sozialen Beziehungen oder zur Stimmungsaufhellung –, wiesen tendenziell ein höheres Wohlbefinden auf. Humor könnte damit ein potenzieller Indikator für psychische Gesundheit im Alter sein, heißt es.

Humor bedeutet nicht Lachen

Die Forschenden weisen zuletzt auf die grundlegende Unterscheidung zwischen Humor und Lachen hin, die  unabhängig voneinander auftreten können. Jedes davon könne unterschiedliche biologische, psychologische, soziale, umweltbezogene und verhaltensbezogene Auswirkungen haben. Doch in alltäglichen Erfahrungen seien sie meist vermischt – so auch bei den Teilnehmenden.

Die Studie kommt zu dem Schluss: Humor ist für ältere Erwachsene ein sozialer Katalysator, ein Bewältigungsinstrument und ein Spiegel ihrer emotionalen Lage. Geschlecht, Kultur, Vertrautheit und gesellschaftliche Normen prägen, wie er erlebt und eingesetzt wird. Die Ergebnisse legen nahe, Humor künftig stärker als Marker für Wohlbefinden zu erforschen – und als Möglichkeit, die soziale Verbundenheit stärkt und die psychische Gesundheit fördert.

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