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Hochwasser: Arzneimittel-Lieferanten kommen nicht überall hin

Überschwemmungen, Erdrutsche, eingestürzte Häuser – nach Starkregen und Unterwettern ist derzeit die Arzneimittelversorgung in einigen Gegenden im Westen Deutschlands schwierig. Das berichten einige Großhändler der PZ.
Jennifer Evans
16.07.2021  15:00 Uhr

Nach den Unwettern funktioniere die Arbeit in den Niederlassungen von Sanacorp zwar »störungsfrei«, wie der Großhändler auf Anfrage der PZ sagte. Doch die Touren in die stark betroffenen Ortschaften seien aktuell »nur schwer oder gar nicht möglich«. Aufgrund vieler Straßensperrungen kommt es nach Angaben von Sanacorp auch teilweise zu längeren Lieferzeiten in der Region. »Wir tun aber alles Menschenmögliche, um die Arzneimittelversorgung in den Gebieten aufrecht zu halten«, versicherte ein Sprecher am heutigen Freitag gegenüber der PZ. Der Großhändler versucht demnach, mit allen Kunden Kontakt aufzunehmen, um Hilfe anzubieten etwa durch »Manpower« oder »Einlagerung der Waren«.

Die gesperrten Straßen nach der Unwetter-Katastrophe machen auch dem Großhändler Phoenix in diesen Tagen zu schaffen, wie ein Sprecher der PZ heute bestätigte. Einige direkt durch die Auswirkungen des Hochwassers betroffene Apotheken konnten daher keine Lieferung erhalten. »Die Niederlassungen von Phoenix in Deutschland sind durch die gegenwärtige Hochwassersituation in ihrem Betriebsablauf nicht betroffen«, hieß es.

Vom Starkregen verschont geblieben sind auch die Niederlassungen der Apothekengenossenschaft Noweda. Wie es auf PZ-Anfrage hieß, können die Folgen des Unwetters allerdings »regional Auswirkungen auf die Touren in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pflanz haben«.

»Unsere Häuser sind glücklicherweise nicht wesentlich vom Hochwasser betroffen», heißt es auch von Gehe. Mit den Kunden steht der Großhändler derzeit in Kontakt und versucht, »alle betroffenen Apotheken zu erreichen, um ein vollumfängliches Schadensbild zu erhalten und unterstützende Maßnahmen abzuleiten. Wir fühlen mit allen, die vom Hochwasser betroffen sind«, sagte die Gehe-Sprecherin zur PZ.

Einige Liefergebiete in der Eifel, im Bergischen Land, in Teilen des Sauerlands, Rheinlands oder Nordrhein-Westfalen seien zum Teil »schwierig oder gar nicht anzufahren«, berichtete sie. Außerdem erschwerten Autobahnsperrungen die Auslieferung und Verkehrslage. »Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr bemüht, Ausweichstrecken zu finden und zu nutzen, leider ist das aber nicht immer möglich.« Nach eigenen Angaben hat Gehe nun eigens eine Task Force eingerichtet, um den leidtragenden Apotheken zur Seite zu stehen.

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