Insgesamt ist die Datenlage sehr schwach. Sie beruht lediglich auf den Plasmaspiegeldaten eines Patienten, der Methylcellulose in relativ großen Mengen eingenommen hatte. Ob die gleichzeitige Einnahme von Präparaten, die Methylcellulose in geringen Mengen als Hilfsstoff enthalten, ebenfalls eine Verminderung der Resorption von Pyridostigminbromid bedingt, wurde bisher nicht untersucht.
Da Metyhlcellulose nur in wenigen Arzneimitteln als Hilfsstoff in geringen Mengen enthalten ist und es keine Fallberichte über das Auftreten einer Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme eines solchen Präparats mit einem Pyridostigmin-haltigen Arzneimitteln gibt, erscheint das Risiko für das Auftreten einer klinisch relevanten Interaktion in der Praxis unwahrscheinlich. Bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf eine Behandlung mit Pyridostigmin sollte die Begleitmedikation aber vorsichtshalber auf Präparate mit Methylcellulose geprüft und versuchsweise alternative Präparate ohne diesen Hilfsstoff vom Arzt verordnet beziehungsweise in der Apotheke abgegeben werden.
Die Apothekerinnen Dr. Lisa Goltz und Dr. Jane Schröder sind in der Arzneimittelinformation UKD der Klinik-Apotheke am Universitätsklinikum an der TU Dresden tätig. Dort unterstützen sie sächsische Apothekerinnen und Apotheker bei fachlichen Fragen im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistung »Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation«. Die Beratung wird von der Sächsischen Landesapothekerkammer finanziert.