Schon 2023 protestierten Apothekerinnen und Apotheker in Berlin. / © PZ/Melanie Höhn
Die heutigen Proteste sollen Politik und Gesellschaft auf die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Apotheken aufmerksam machen. Für die Bundesregierung ist es auch eine Erinnerung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, das Fixum auf 9,50 Euro pro Packung zu erhöhen.
In Berlin wollen sich die Protestierenden um 12 Uhr am Potsdamer Platz treffen und von dort in einem Demonstrationszug zum Roten Rathaus ziehen. Die Route führt dabei auch am Bundesgesundheitsministerium vorbei. Gegen 13:30 Uhr sollen die Proteste mit einer Kundgebung enden.
Für die Kundgebung hat sich unter anderem Ina Czyborra, Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, als Rednerin angekündigt. Außerdem werden Anke Rüdinger (Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes), Anja Zierath (Bundesvorsitzende BVpta) und Ina Lucas (Präsidentin der Apothekerkammer Berlin und Vizepräsidentin der ABDA) erwartet.
In Düsseldorf findet die Protestversammlung von 12 bis circa 13 Uhr auf dem Burgplatz statt. Schon ab 11 Uhr sollen sich die Teams auf dem Burgplatz einfinden, »bestenfalls in weißen Kitteln und mit Ihrem gesamten Apothekenteam«, heißt es in einer Mitteilung des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR).
Eine weitere Kundgebung findet in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover statt. Hier sollen sich die Apothekenteams um 13 Uhr auf dem Opernplatz in der Innenstadt zum Protest treffen.
In München soll die Protestveranstaltung von 12 bis ca. 14 Uhr auf dem Odeonsplatz stattfinden. Da Protestmaterial ausgegeben wird (solange der Vorrat reicht), lohnt es laut dem Bayrischen Apothekerverband (BAV), schon früher dort zu sein.
Wer kurz vor den Protesten noch Materialien braucht, wird auf apothekenkampagne.de fündig. Die ABDA stellt hier verschiedene Materialien wie Plakate, Aufkleber oder Social‑Media‑Grafiken im Stil der Protestkampagne »Uns gibt’s nicht zum Nulltarif« bereit.
Die Apothekerschaft will den Protesttag bewusst nicht als Demonstration gegen Gesundheitsministerin Nina Warken verstanden wissen. »Ich glaube der Ministerin, dass sie die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro wirklich umsetzen will. Aber sie agiert nicht im luftleeren Raum. Es gibt genügend Akteure, die das verhindern wollen. Daher ist es ganz wichtig, dass wir ein deutliches Zeichen setzen und zeigen, wie wichtig das für den Erhalt der Apotheken ist«, so Anke Rüdinger im Podcast PZ-Nachgefragt.
Die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins hofft auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer. »Es ist wichtig, dass wir alle geschlossen hinter der Aktion stehen und dafür sorgen, dass das ein Erfolg wird«, so Rüdinger. »Wir haben jahrelang für eine Erhöhung des Fixums getrommelt. Jetzt stehen wir kurz davor und müssen noch mal alle gemeinsam sagen, dass das überfällig ist.«
Kurz vor den Kundgebungen zeichnet sich eine hohe Teilnehmerzahl ab. Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet beispielsweise damit, dass am Montag im Nordosten über 80 Prozent der Apotheken geschlossen bleiben. In allen Regionen soll die Versorgung der Menschen aber weiter durch Notdienste sichergestellt sein.
Die Apotheken erhalten auch Unterstützung aus der Politik. »Die Proteste der Apothekenteams sind wichtig und notwendig: Seit Jahren wird die wirtschaftliche Lage der Apotheken ignoriert, während Kosten steigen und die Versorgungssicherheit leidet«, sagte beispielsweise Linken-Gesundheitssprecher Ates Gürpinar zur PZ. Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) versprach in der vergangenen Woche erneut, dass die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro bald per Verordnung kommen wird.