| Christina Hohmann-Jeddi |
| 15.06.2026 09:00 Uhr |
Die Analyse ist von besonderer Brisanz vor dem Hintergrund des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Das Gesetz, das am 12. Juni in den Bundestag eingebracht wurde, sieht eine Überprüfung des Screenings vor. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll anhand aktueller Erkenntnisse das Früherkennungsprogramm noch einmal evaluieren und auch potenzielle risikobasierte Ansätze in Betracht ziehen. Nach diesen würden spezielle Risikogruppen zur Früherkennungsuntersuchung eingeladen.
»Es geht darum, die begrenzten Ressourcen im Gesundheitssystem optimal einzusetzen«, erklärt Dr. Julia Beckhaus, Coautorin der Studie. »Zeit, die in den Praxen für das Screening eingesetzt wird, steht für die Versorgung akuter Erkrankungen nicht zur Verfügung.« Zudem könnten Screenings auch Schaden anrichten – etwa durch falsch-positive Ergebnisse, die noch abgeklärt werden müssten, oder durch Überdiagnosen, also Erkrankungen, die ohne die Untersuchung nie aufgefallen wären.
Die jetzigen Screenings beschäftigten rechnerisch 600 bis 900 Haut- und Hausärzte in Vollzeit , hieß es zur Begründung des Passus im GKV-Betragssatzstabilisierungsgesetz. Einsparen ließen sich 240 Millionen Euro pro Jahr.