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Ländervergleich
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Hautkrebsscreening senkt Sterblichkeit nicht

Wie sinnvoll ist das bevölkerungsweite Hautkrebsscreening in Deutschland? Diese Frage wird schon länger diskutiert. Nun zeigt eine neue Analyse, dass in Ländern ohne das Screening die Hautkrebssterblichkeit stärker zurückgeht als in Deutschland. 
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 15.06.2026  09:00 Uhr
Hautkrebsscreening senkt Sterblichkeit nicht

Deutschland hat als einziges Land weltweit ein bevölkerungsweites Screening auf Hautkrebs. Der Nutzen des 2008 eingeführten Programms ist jedoch umstritten. Jetzt zeigt eine aktuelle Analyse, dass in Deutschland seit Einführung des Screenings die Sterblichkeit an Hautkrebs weniger gesunken ist als in den Nachbarländern ohne dieses Programm. Das berichten Forschende der Klinischen Landesauswertungsstelle Niedersachsen (KLast), des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) und der Universität zu Lübeck im Journal »JAMA Dermatology«.

Das Team um Privatdozent Dr. Joachim Hübner, Leiter der Klinischen Landesauswertungsstelle, ging bei der Untersuchung von folgender Annahme aus: Wenn das Hautkrebsscreening einen Nutzen hat, müsste sich die Melanomsterblichkeit (Sterblichkeit an schwarzem Hautkrebs) in Deutschland seit der Einführung des Screenings günstiger entwickelt haben als in den neun Nachbarländern, in denen es kein entsprechendes Programm gibt. Um dies zu prüfen, analysierte das Team Sterblichkeitsdaten aus den Jahren 2009 bis 2022 in Deutschland und seinen Nachbarländern. Die Erwartung bestätigte sich nicht.

Sterblichkeit sinkt in Deutschland weniger als in Nachbarländern

Im Beobachtungszeitraum zeigte sich in allen untersuchten Ländern ein Rückgang der Sterblichkeit – im Durchschnitt um circa 2 Prozent jährlich. Im Gruppenvergleich fiel der Rückgang in Deutschland etwas schwächer aus als in den Nachbarländern (-1,8 Prozent versus -2,2 Prozent). »Das Ergebnis ist enttäuschend«, bilanziert Hübner in einer Mitteilung der KLast. »Bereits frühere Untersuchungen konnten keinen eindeutigen Nutzen des Screenings zeigen. Allerdings sind die methodischen Herausforderungen eines solchen Nachweises nicht zu unterschätzen.« Problematisch sei etwa, dass die bisherigen Studien zum Nutzen Routinedaten verwendeten, bei denen zum Teil aber nicht unterschieden werden konnte, ob gescreente Personen anlasslos (aufgrund der Einladung zum Screening) oder wegen bestehender Auffälligkeiten untersucht worden waren.

Diese Problematik wird durch den Ländervergleich vermieden. Die Aussagekraft der Ergebnisse hänge aber davon ab, ob Deutschland und die Nachbarländer in Bezug auf andere Faktoren, die die Entwicklung der Sterblichkeit beeinflussen können wie etwa der Einsatz von neuen Therapien, vergleichbar sind. »Wir konnten diesen Einfluss zumindest ansatzweise kontrollieren, indem wir zusätzliche Analysen für Teilzeiträume durchgeführt haben«, so Hübner.

Warum das Screening zur Früherkennung von Hautkrebs die Sterblichkeit nicht senkt, ist durch die Studie nicht zu ermitteln. Vielleicht werde die Untersuchung von ärztlicher Seite nicht immer ausreichend sorgfältig durchgeführt, vielleicht erreiche das Angebot die Risikogruppen nicht effektiv, heißt es in der Mitteilung.

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