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Ähnlichkeit ohne Verwandtschaft
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Hat mein Doppelgänger dieselben Gene?

Viele Menschen fragen sich, ob irgendwo auf der Welt ihr Doppelgänger zu finden ist. Wie wahrscheinlich das ist und welche Gene für das Aussehen verantwortlich sind, erklären Forschende zum Welt-DNA-Tag am 25. April.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 24.04.2026  07:00 Uhr

Wenn wir zwei Menschen mit einem ähnlichen Gesicht sehen, denken wir sofort an einen Zufall. Doch genetisch identische Doppelgänger ohne verwandtschaftliches Verhältnis gibt es eigentlich nicht, wie Forschende der Universität Witten/Herdecke erklären. Möglich ist das praktisch nur, wenn sie eineiige Zwillinge sind.

Bei allen anderen Menschen wird das Ergbut der Eltern immer wieder neu kombiniert. Zwei Personen variieren demnach an Millionen Stellen ihres Genoms. Diese Unterschiede betreffen nicht nur das Aussehen, sondern auch Stoffwechsel und Krankheitsrisiken.

Dabei hänge das äußere Erscheinungsbild nur von einem kleinen Teil der rund 20.000 Gene ab, wie die Universität mitteilte. Besonders entscheidend sind die Gene für Gesichtszüge, Haut-, Haar- und Augenfarbe und Körperproportionen. Aber: Diese Merkmale entstehen durch das Zusammenspiel genetischer Varianten, die sich innerhalb eines begrenzten Rahmens bewegen. Das bedeutet: Bestimmte Kombinationen wiederholen sich einfach – auch dann, wenn die Personen nicht derselben Familie angehören.

Gehirn ergänzt fehlende Details

Beim Doppelgänger-Mythos spielten aber noch andere Effekte eine Rolle, heißt es. Generell überschätzen Menschen nämlich ihre Fähigkeit, Gesichter zu erkennen – es sei denn, sie sind sogenannte Super-Recognizer. Und auch unser Gehirn hat seine Finger im Spiel. Es verarbeitet Gesichter holistisch, bezieht also Mimik, Frisur, Haltung und Kontext ein.

Außerdem entscheidet es gern schnell und speichert Informationen aus Effizienzgründen oft vereinfacht ab. Später ergänzt es fehlende Details und verstärkt dabei Ähnlichkeiten. Mit anderen Worten: Vieles beruht auf einer Kombination ähnlicher Merkmale, Kontext und der Erwartungshaltung, einen Menschen wiederzuerkennen.

Am 25. April ist Welt-DNA-Tag. Dieser Tag wird seit 2003 gefeiert und erinnert an die Entdeckung der Molekularstruktur der Desoxyribonukleinsäure, sprich das Datum, an dem Forschende sie erstmals in der Fachzeitschrift »Nature« beschrieben.

Prominente »Doppelgängerinnen« wie die beiden Schauspielerinnen Keira Knightley und Natalie Portman halten zumindest die Vorstellung eines »zweiten Ichs« am Leben. Die beiden hatten im Jahr 1999 eine gemeinsamen Rolle im US-Science-Fiction-Klassiker »Star Wars« in der Episode I  – Die dunkle Bedrohung.

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