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Comirnaty
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Guter Impfschutz bei Kindern auch vor Omikron 

Seit November 2021 ist der Covid-19-Impfstoff Comirnaty® von Biontech/Pfizer in der EU auch für Kinder in einem Alter zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. Getestet wurde er in einer Zeit, als die Delta-Variante dominierte, aber auch vor Omikron bietet er Schutz.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 22.07.2022  16:30 Uhr
Schnelles Nachlassen der Schutzwirkung vor Infektionen

Schnelles Nachlassen der Schutzwirkung vor Infektionen

Es ist bekannt, dass die Schutzwirkung der Covid-19-Impfstoffe vor Infektionen relativ schnell nachlässt. Diese Beobachtung wurde in der aktuellen Studie bestätigt.

In einer Sekundäranalyse konnten die Autoren zeigen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen alle bestätigten Infektionen bei den vollständig geimpften Kindern im Vergleich zur ungeimpften Kindern 7 bis 14 Tage nach der zweiten Impfstoffdosis bei 48,8 Prozent liegt. Bereits 15 bis 29 Tage nach der zweiten Impfdosis sinkt dieser Wert auf 37,6 Prozent und nach 30 bis 59 Tage nach der zweiten Impfdosis auf 28,5 Prozent. Nach etwa zwei Monaten pendelt sich dann die Schutzwirkung auf einen Wert von 25,6 Prozent ein.

Schutz vor Omikron geringer als vor Delta

Zwei Dosen Comirnaty à 10 µg schützen Kinder zwischen fünf und elf Jahren deutlich vor Infektionen und Krankenhauseinweisungen. Allerdings ist dieser Schutz gegenüber Omikron deutlich schwächer ausgeprägt als gegenüber Delta. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Omikron-Variante dem Immunsystem besser entkommt als die Delta-Variante.

Dennoch war der durch den Impfstoff vermittelte Schutz vor Krankenhausaufenthalten durch eine Omikron-Infektion kurz nach der Impfung bei den Kindern mit 82,7 Prozent ähnlich hoch ausgeprägt wie derjenige bei Erwachsenen, die drei Dosen mRNA-Impfstoff à  30 µg erhalten hatten. In einer Fall-Kontroll-Studie mit Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren in den Vereinigten Staaten waren Schutzwirkungen von zwei Dosen Comirnaty gegen Krankenhausaufenthalte nach einer Omikron-Infektion von 68 Prozent ermittelt worden.

Die Autoren heben hervor, dass eine Stärke ihrer Studie darin liege, dass die Basis für die Studie ein umfassender nationaler Datensatz bildet, der sowohl Impfungen als auch bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen und den Schweregrad der Erkrankung enthält. In Singapur wurden der Gesundheitsbehörde bis zum 28. Februar 2022 insgesamt 22 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse nach der Impfung (0,005 Prozent aller verabreichten Dosen) bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gemeldet.

Allerdings weist die Studie auch Limitationen auf, die hauptsächlich darin liegen, dass der Anteil der Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Gebrauch von dem medizinischen Versorgungsangebot in Singapur gemacht hatten, nicht in die Studie einfließen konnten. Zudem könnten risikoscheue Personen, die weniger bereit sind als andere, sich impfen zu lassen, eventuell auch eher ihre sozialen Kontakte reduzieren, wenn die Infektionsraten hoch sind. Und umgekehrt ist es nicht auszuschließen, dass die Eltern, deren Kinder geimpft wurden, ihren Kindern nach der Impfung möglicherweise einen freieren Umgang mit anderen in ihrem sozialen Umfeld erlauben.

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