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BAH-Umfrage

Gut 70 Prozent der Deutschen für E-Patientenakte

Fast drei von vier Deutschen sind der elektronischen Patientenakte (EPA) gegenüber positiv eingestellt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Rahmen des Gesundheitsmonitors des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH).
Julia Endris
03.07.2020  14:30 Uhr

Die Einführung einer EPA, auf der wichtige gesundheitliche Daten des Patienten gespeichert werden können, ist Teil des Patientendaten-Schutzgesetzes (PDSG), das der Bundestag heute verabschiedet hat. Wie die Umfrage außerdem belegt, ist eine ähnlich große Mehrheit der 1000 Befragten (71 Prozent) bereit, die Daten zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. 15 Prozent von ihnen würden dies sogar mit personenbezogenen Daten tun.

Fast 64 Prozent der Umfrageteilnehmer würde zudem allen behandelnden Ärzten Zugriff auf die Patientendaten der EPA ermöglichen. Doch auch 53 Prozent würden der Umfrage zufolge den digitalen Zugriff auf bestimme Ärzte oder Befunde eingrenzen. Dies sieht auch das PDSG optional vor. Missbrauchspotenzial bei der digitalen Sammlung der Gesundheitsinformationen sehen 27 Prozent der Befragten.

Hersteller wollen Zugriff auf EPA-Daten

Der BAH begrüßt, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Speicherung der Gesundheitsdaten und deren Nutzung für Forschungszwecke positiv gegenübersteht. Das Potenzial werde allerdings nicht voll ausgeschöpft, heißt es. Denn für die Hersteller sei nach wie vor kein Antragsrecht vorgesehen, um Zugriff auf die freiwillig gespendeten Daten zu bekommen. »Arzneimittelhersteller gehören zu den stärksten Forschungsakteuren und sollten daher auch ein Antragsrecht erhalten«, so BAH-Hauptgeschäftsführer Hubertus Cranz.

Als gute Nachricht wertet der BAH auch, dass im PDSG eine elektronische Form des Grünen Rezepts verankert ist. »Auch im Zeitalter des elektronischen Rezepts ist eine ganzheitliche Arzneimittelversorgung mit rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln unverzichtbar«, sagte Cranz. Denn Angaben des Marktanalyse-Unternehmens IQVIA haben Ärzte im Jahr 2019 mehr als 45 Millionen Verordnungen rezeptfreier Arzneimittel auf Grünen Rezepten ausgestellt.

Ab 2021 können alle gesetzlich Versicherten von ihrer Krankenkasse eine elektronische Patientenakte erhalten. In dieser können unter anderem Diagnosen, Therapiemaßnahmen, bisher erhaltene Impfungen, Medikationspläne und Arztbriefe hinterlegt werden – wenn Patienten es wünschen. Doppeluntersuchungen sollen so etwa vermieden werden.

Die Umfrage für den BAH hat das Marktforschungsinstitut Nielsen im Frühjahr 2020 durchgeführt.

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